Repperndorf

Wettbewerb: Europäisches Kräftemessen um den besten Silvaner

372 Weine nahmen an der Verkostung für den internationalen Preis des Silvaner Forums in Kitzingen teil. Dort erfuhr man auch: Dem alten Silvaner steht die Zukunft offen.
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Welcher Silvaner setzt sich durch? Bei der Verkostung probieren (vorne von links) Marlis Bohnengel (Sommeliere), Gero von Randow (Redaktion Die Zeit), Daniel Sauer (Winzer aus Escherndorf und Vorstandsmitglied Silvaner Forum), Carolin Meyer (Winzerin aus Greuth und Weinkönigin) und Rakhshan Zhouleh (Sommelier) verschiedene Silvaner. Mit im Bild (hinten von links) Hermann Mengler (Leiter der Fachberatung beim Bezirk Unterfranken), Artur Steinmann (Vorsitzender Silvaner Forum und Präsident des Fränkischen Weinbauverbands) und Bernd Kern (Geschäftsführer Rheinhessenwein und Vorstandsmitglied des Silvaner Forums). Foto: Andreas Ruhsert

Der internationale Preis, den das Silvaner Forum alle zwei Jahre auslobt, gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten für Weinliebhaber und Winzer. Die Verkostung findet wechselnd an verschiedenen Orten statt, in diesem Jahr zum zehnten Mal. Im Jahr ihres 60-jährigen Gründungsjubiläums war die Winzergemeinschaft Franken in Kitzingen Gastgeber des Wettbewerbs.

372 Weine in fünf Kategorien

Zur besseren Unterscheidung werden die Silvaner in fünf Kategorien eingeteilt, die jeweils separat verkostet und prämiert werden. Die Silvaner-Typen "Basic", "Premium", "Solitär" und "Gereift" sind trocken ausgebaut, in der Kategorie "Nobel" treffen Dessertweine aufeinander. 48 Verkoster probierten und bewerteten die Weine in einer Vorrunde, gefolgt von einer Finalrunde am Nachmittag. Für die Jury, die sich aus Sommeliers, Winzern, Weinhändlern und Weinfachjournalisten zusammensetzt, gab es allerhand zu tun: 372 Weine nahmen 2019 am Wettbewerb teil.

Franken als Silvaner-Vorreiter

Drei von vier verkosteten Weinen wuchsen in fränkischen Lagen. 18 Prozent der probierten Silvaner kommen aus Rheinhessen. Außerdem nehmen Winzer aus Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn und der Schweiz am Wettbewerb teil. "Ziel unseres Vereins ist es, der Rebsorte Silvaner auch international eine Stimme zu geben", sagte Artur Steinmann, der Vorsitzende des Silvaner Forums. Während der Silvaner in Franken und Rheinhessen sehr geschätzt wird, werden Winzer, die ihn im Ausland anbauen, oftmals noch als Exoten gesehen.

Weinsorte mit Tradition und Zukunft

Erstmals angepflanzt wurde die Silvaner-Rebe im Jahr 1659 in Castell, wie einer Urkunde des dortigen Archivs zu entnehmen ist. Eine Tafel an der Würzburger Lage Stein datiert das Jahr 1665. Links des Rheins wurde die Rebsorte deswegen lange auch "Der Franke" genannt. Die hochwertige Rebsorte passt sich den klimatischen Bedingungen an, was dem Silvaner künftig noch mehr Bedeutung zukommen lassen dürfte.

Welche Winzer den Wettbewerb gewonnen haben, wird am 22. Juli in Veitshöchheim bekanntgegeben. Dort werden die ausgezeichneten Silvaner prämiert.

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