SCHWARZACH

Wertvolle Minuten Zeit gewonnen

Wer schon einmal den Notarzt gebraucht hat, weiß wie schneckenlangsam die Zeit vergeht, bis die Retter endlich kommen. Da verstreichen die Minuten wie Stunden und jede Minute kann über Leben oder Tod entscheiden. In Schwarzach können bis zu zehn Minuten vergehen, bevor der alarmierte Notarzt seinen Einsatzort erreicht.
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Ein Prosit auf die Helfer: Am Samstag wurde das neue Einsatzfahrzeug des „Helfers vor Ort“ der Rotkreuz-Bereitschaft Schwarzach gesegnet (von links) Bürgermeister Lothar Nagel, Diakon Lorenz Kleinschnitz, Walter Thiele, Raimund Heiny und Michael Stapf vom BRK. Foto: Foto: Ruhsert

Wer schon einmal den Notarzt gebraucht hat, weiß wie schneckenlangsam die Zeit vergeht, bis die Retter endlich kommen. Da verstreichen die Minuten wie Stunden und jede Minute kann über Leben oder Tod entscheiden. In Schwarzach können bis zu zehn Minuten vergehen, bevor der alarmierte Notarzt seinen Einsatzort erreicht.

Seit Juni dürfte sich dort die Zeitspanne bis zum Eintreffen der ersten Helfer jedoch oft verkürzen, denn seit Juni gibt es auch in Schwarzach den „Helfer vor Ort“ (HvO). Sieben ehrenamtliche Kräfte der örtlichen Rot-Kreuz Bereitschaft stehen hinter dem neuen Dienst. Ihnen steht ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung, das am Samstag feierlich in Dienst gestellt wurde.

„Fantastisch, wie viel ihr hier geleistet habt.“

Raimund Heiny BRK-Bezirksbereitschaftsleiter

Der gebraucht erworbene VW-Passat beinhaltet die Ausrüstung, um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes qualifizierte Hilfe zu leisten. Dazu zählen etwa Beatmungsmasken, Sauerstoff und ein Defibrillator. Im Notfall ist der Helfer vor Ort wertvolle Minuten vor dem Rettungswagen oder Notarzt beim Patienten. Neben dem Ergreifen lebensrettender Sofortmaßnahmen kann er bereits die Lage erkunden und nachfolgende Retter einweisen. Ein großer Vorteil ist auch seine Ortskenntnis.

Bereitschaftsleiter Michael Stapf berichtete, dass das Schwarzacher HvO-Team seit Juni bereits 25 Mal im Einsatz war. Neben dem Gebiet der Marktgemeinde gehört auch ein Abschnitt der B22 und der A3 zum Einsatzgebiet. Sein Stellvertreter Walter Thiele betonte, dass in Schwarzach weit mehr Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienst vergehe, als etwa in Kitzingen oder Würzburg. Dies gelte besonders bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Eis- und Schneeglätte. Die erfolgreiche Versorgung und teilweise auch das Überleben von Notfallpatienten sei aber von kurzen Einsatzzeiten abhängig. Hier sei der HvO eine sinnvolle Ergänzung des Rettungsdienstes.

Gut geschulte, motivierte Truppe

„Fantastisch, wie viel ihr hier geleistet habt“, lobte BRK-Bezirksbereitschaftsleiter Raimund Heiny seine Kollegen. Es gehöre viel dazu, 365 Tage im Jahr für die Sicherheit der Bürger ehrenamtlich im Einsatz zu sein. Er freue sich, in Schwarzach eine gut geschulte und hoch motivierte Mannschaft zu haben. Kreisbereitschaftsleiter Carsten Droll betonte die gute Zusammenarbeit beim HvO mit der örtlichen Feuerwehr. Herzlich dankte er dem Markt Schwarzach für die finanzielle Unterstützung.

Die Gemeinde hat mit 5000 Euro rund die Hälfte der Kosten des neuen Fahrzeugs übernommen. Bürgermeister Lothar Nagel zeigte sich froh darüber, dass sich mit dem HvO die Sicherheit in Schwarzach erheblich erhöhe. Bewusst habe man mit dem Zuschuss auch die jahrelange ehrenamtliche Arbeit der örtlichen BRK-Bereitschaft würdigen wollen. Nagel nannte dazu den Rettungsdienst bei Festen, den Blutspendedienst, die aktive Jugendarbeit und das Mitwirken beim Ferienpassaktion.

Tankfüllung dank Bremser

Die Segnung des Fahrzeugs nahm Diakon Lorenz Kleinschnitz vor. Musikalisch wurde die Feier von Mitgliedern des Jugendrotkreuz gestaltet. Rund 150 anwesende Schwarzacher Bürger trugen anschließend ihren Teil zur weiteren Finanzierung des neuen Dienstes bei: der Erlös des anschließenden BRK-Bremserfestes kam dem HvO-Projekt zu Gute.

Denn da es sich beim HvO-Dienst um ein freiwilliges Zusatzangebot handelt, gibt es dafür keinerlei Zuwendungen von Krankenkassen oder sonstigen Kostenträgern. Das bedeutet, dass das Einsatzfahrzeug, Treibstoff, Geräte und Verbrauchsmaterial ausschließlich aus Spenden finanziert werden müssen. Die Helfer selbst arbeiten dabei völlig ehreamtlich, so dass keine Personalkosten entstehen.

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