Engagierte junge Leute, Zukunftsthemen, spannende Diskussionen - das ist Dilara Acays Welt. Sie hält mit ihrer Meinung so gut wie nie hinterm Berg, akzeptiert aber auch, was andere denken. Das Kommunikationstalent der charismatischen Kitzinger Jugendbürgermeisterin ist unbestritten. An diesem Sonntag, 6. Mai, wird es wieder zum Tragen kommen - und zwar bei einer ganz besonderen Premiere im Jugendhaus und Jugendcafé.
Keiner muss sich über ein Thema unterhalten, das ihn nicht interessiert. Das ist klar - sonst aber nichts. Bei einer "Open Space"-Veranstaltung ist der Ausgang eben nicht vorhersehbar. Und das ist ja auch der Sinn der Sache mit dem schönen Namen "Partycipation", einer Wortschöpfung aus Party und dem englischen Wort für Teilnahme (participation).
Ab 14 Uhr wird bis in die Abendstunden diskutiert und gefeiert. Die Kitzinger Jugendlichen dürfen zeigen, dass sie sehr wohl Verantwortung übernehmen, die Zukunft ihrer Stadt mitgestalten und zugleich gut feiern können. Außerdem machen sie deutlich, welche Themen den jungen Menschen gerade richtig wichtig sind.
Jeder, der will, kann ein Thema in den Raum werfen und es mit anderen diskutieren. Stadtjugendpfleger Jochen Kulczynski sagt: "Jeder, der was zu sagen hat, ist hier richtig."
Jugendbürgermeisterin Dilara Acay hofft auf viele Gäste aus allen Teilen der Stadt.


Was wird der Jugendstadtrat mit den Wünschen und Anregungen machen, die "Partycipation" ans Tageslicht bringt?
Dilara Acay: Wir besprechen und analysieren sie mit Stadtjugendpfleger Jochen Kulczynski und seinem Team. Dann formulieren wir daraus Anträge für den Stadtrat.

Welche Erfahrungen hat der JUST mit diesem "großen" Stadtrat gemacht?
Die meisten Anträge haben wir durchbekommen, aber es gibt auch Sachen, die lange liegen bleiben und bei denen sich irgendwie einfach nichts tut. Zum Beispiel wollen wir gerne einen Grillplatz auf dem Gartenschaugelände. Das haben wir schon letztes Jahr beantragt, werden aber seitdem vertröstet.

Bei Euch im JUST fallen Entscheidungen schneller?
Aber sicher! Ich kläre alle Themen immer zeitnah mit dem JUST ab. Wir treffen uns im Großen Sitzungssaal im Rathaus oder - im Sommer - draußen vor dem Jugendhaus am Mainkai. Wir besprechen alles sachlich. Natürlich kommt es schon mal vor, dass es Zoff gibt, aber gerade dann ist es wichtig, dass man Arbeit und Persönliches trennt. Das gelingt uns ganz gut - im Gegensatz zum Erwachsenen-stadtrat, wo manchmal ganz schön beleidigende Worte fallen. In dem Ton reden wir im JUST ganz sicher nicht miteinander!

Bei Euch gibt´s ja auch keine Parteipolitik...
Naja, es gibt zwar keine Fraktionen, aber ich bin zum Beispiel SPD-nahe, andere sind CSU-nahe... Da wird manchmal schon auch heftig diskutiert. Aber eben um die Sache.

"Die Sache" sind im JUST oft Veranstaltungen für die Jugendlichen. Wer leistet da eigentlich die Hauptarbeit?
Ich bin die Koordinatorin und meine Stellvertreterin Ines hilft mir ebenso wie alle JUST-ler und natürlich auch die Stadtjugendpflege, die uns wirklich toll unterstützt. Bei uns im JUST haben wir ganz verschiedene Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Wir ergänzen uns super. Die einen besorgen den Grill, die anderen grillen... Ich bin sehr stolz auf mein Team und auch auf die vielen ehrenamtlichen Helfer!

Was hat Dich das Amt der Jugendbürgermeisterin gelehrt?
Kein Blatt vor den Mund zu nehmen - sonst hört Dich echt niemand!

Wo hat der JUST Gehör gefunden, was konnte er in Kitzingen verändern?
Wir konnten viele Veranstaltungen auf die Beine stellen, richtige Veranstaltungen, die echt interessieren. Für bessere Ausstattung von Freizeitplätzen haben wir hart gekämpft. Und auf das Jugendcafé, das wir in Eigenregie betreiben, sind wir auch sehr stolz.

Nach sechs Jahren im Amt willst Du im Herbst nicht mehr als Jugendbürgermeisterin kandidieren. Hast Du keine Lust mehr auf Lokalpolitik?
Im Gegenteil! Ich habe nur vorerst nicht mehr genügend Zeit, denn ich bin ja auch noch Lernpatin, mache Dienst im Jugendcafé, bin Rednerin bei Veranstaltungen und so weiter. Für 2014 habe ich aber vor, mich für den "großen" Kitzinger Stadtrat aufstellen zu lassen. Ich finde es wichtig, dass da mal eine junge Frau reinkommt, die die Interessen ihrer Generation vertritt.

Das Interview mit Dilara Acay führte Redakteurin Diana Fuchs.