Dettelbach

Wer folgt auf "Herta" - Brücke oder neue Fähre?

Stadtrat Dettelbach stellt 1,5 Mio Euro in die Finanzplanung für eine neue Mainfähre ein, verwirft aber auch Überlegungen für eine Brücke nicht ganz.
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Die Mainfähre Herta fährt zwischen Dettelbach und Mainsondheim hin und her. Foto: Weiskopf

Fähre oder Brücke – wirklich einig waren sich die Dettelbacher Stadträte nicht bei ihren Überlegungen über die Zukunft der Mainfähre zwischen Dettelbach und Mainsondheim. Und auch wenn die Ausmusterung von "Herta", wie die derzeitige Fähre heißt, erst auf Ende 2029 terminiert ist, soll schon jetzt Geld in die mittelfristige Finanzplanung gesteckt werden. Am Ende stimmte der Stadtrat in seiner Sitzung mit 11:8 für die Einstellung von 1,5 Millionen Euro für eine neue Fähre. Während Überlegungen für den Bau einer Brücke für Kraftfahrzeuge mit 13:6 Stimmen abgelehnt wurden, soll die Idee einer Fußgänger- und Radbrücke weiter verfolgt werden, das Abstimmungsergebnis war mit 15:4 relativ eindeutig.

Eine Brücke nur für Fußgänger?

"Es ist nur eine Absichtserklärung", machte Bürgermeisterin Christine Konrad gleich zu Beginn der Debatte deutlich. Das Einstellen von Finanzmitteln sei keine Entscheidung für oder gegen eine Brücke oder Fähre. Allerdings müsse man lange Vorlaufzeiten mit einkalkulieren. Kämmerer Thomas Mayer rechnet mit eineinhalb bis zwei Jahren bei einer Fähre, mit drei bis vier Jahren bei einer Brücke.

Trotzdem sah Manfred Berger (SPD) "keine Zeitnot" und plädierte dafür, die Entscheidung bis 2022/23 offen zu lassen. Er machte jedoch keinen Hehl daraus, dass ihm eine "ständige Verbindung" lieber sei. Auch Marcel Hannweber (CSU) warnte vor einem "Schnellschuss" und meinte, man solle die Entscheidung dem neuen Stadtrat überlassen. Für ihn schloss sich eine Autobrücke aufgrund der hohen Kosten von 16 bis 17 Millionen Euro aus, aber eine Fußgängerbrücke sei sehr wohl vorstellbar. "Wir sollten uns alle Optionen offen halten", so Hannweber.

Brücke oder Fähre? Bürger sollen befragt werden

3. Bürgermeister Helmut Kapp (Mainsondheimer Liste) erinnerte daran, dass sich im Herbst 2018 die Bürgerversammlung in Mainsondheim klar für eine Fähre ausgesprochen habe. "Warum wollen wir nicht in die Richtung gehen wie die Mainsondheimer Bürger?", fragte er. Er plädierte auch dafür, nicht "zu viel Geld in die alte Fähre zu investieren." Dem hielt Manfred Berger entgegen, dass bei der Versammlung lediglich die Stimmungslage von 100 Mainsondheimer Bürgern abgefragt worden sei und sprach sich für eine offizielle Bürgerbefragung von allen Dettelbachern und Mainsondheimern aus. Dem stimmte auch Hannweber zu, der in diese Befragung auch den Bau einer Fußgänger- und Radbrücke mit einbezogen haben will.

2. Bürgermeister Herbert Holzapfel (FW) sprach sich dafür aus, die "Tradition der Fähre" zu erhalten. Sie sei das am meisten fotografierte Objekt in Dettelbach. Roland Nagel (FW) nannte als Nachteil einer Fußgängerbrücke, dass Autos und Landwirtschaft dann "immer außen rum fahren" müssten. Dem hielt Raimund Sauer (CSU) entgegen, dass die Fähre nur zu bestimmten Zeiten fahre, während eine Brücke 24 Stunden nutzbar sei. Zudem rechnet er in zehn Jahren mit rund einer Million Euro zusätzlich an Personalkosten für den Fährbetrieb, die bei einer Brücke nicht anfallen. Sauer: "Es gibt Probleme bei beiden Lösungen".

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