PRICHSENSTADT

Wer die Kosten im Alter trägt

Welche Dinge sollte man beachten bei der Vorsorge fürs Alter mit eventueller Pflegebedürftigkeit? Dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Vortrages der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) mit Rechtsanwalt Steffen Vogel in der TSV Mehrzweckhalle in Prichsenstadt, zu dem der CSU-Ortsverband eingeladen hatte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wenn die Eltern zum Pflegefall werden
Sind Vater oder Mutter erst einmal ein Pflegefall, lässt sich möglicherweise nicht mehr besprechen, welche Rolle ihre Kinder bei der Pflege einnehmen sollen. Foto: Patrick Pleul

Welche Dinge sollte man beachten bei der Vorsorge fürs Alter mit eventueller Pflegebedürftigkeit? Dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Vortrages der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) mit Rechtsanwalt Steffen Vogel in der TSV Mehrzweckhalle in Prichsenstadt, zu dem der CSU-Ortsverband eingeladen hatte. Zunächst stellte die Regionalbeauftragte der HSS, Rosi Hufnagel, die politische Stiftung vor und betonte, dass die Veranstaltungen der Stiftung allen Bürgern offen stünden.

Ein Heimplatz kostet 3000 Euro

Die laut Pressemitteilung sehr gut besuchte Veranstaltung hatte Hella Panzer in die Wege geleitet und organisiert. Der CSU-Ortsvorsitzende Harald Eger begrüßte neben den Teilnehmern Bürgermeister Adolf Falkenstein und die Bezirksrätin Christine Bender.

Referent Vogel arbeitet als Rechtsanwalt in Schweinfurt und ist aufgrund seiner Arbeit mit Pflegeheimkosten vertraut. Schon eingangs der Infoveranstaltung wurde klar, dass zunächst der Pflegebedürftige selbst für die Heimkosten verantwortlich sei. Ein Platz im Pflegeheim koste heutzutage rund 3000 Euro pro Monat. Einen Teil davon übernimmt die Pflegekasse, je nach Einstufungen in die individuelle Pflegestufe. Bei Stufe Drei werden von der Pflegekasse 1550 Euro monatlich gezahlt. Zur weiteren Finanzierung wird die Rente des Pflegebedürftigen in voller Höhe herangezogen.

In der Praxis klafft am Ende oft eine monatliche Deckungslücke von 500 bis 800 Euro. Steffen Vogel stellte klar, dass die Unterhaltspflicht von Kindern gegenüber den pflegebedürftigen Eltern oft überschätzt werde. Im Gegensatz zur Unterhaltsverpflichtung gegenüber Ehepartnern und Kindern sehe die Unterhaltspflicht gegenüber Eltern eher bescheiden aus.

Individuell berechneter Unterhalt

Der Gesetzgeber sei der Meinung, dass Kinder durch Unterhaltsleistungen an ihre Eltern in ihrer Lebensführung nicht drastisch eingeschränkt werden dürften. Die Unterhaltszahlungen werden individuell berechnet und richten sich nach den Einkünften und Vermögen der Kinder. Als Einkommen würden jedem Kind mindestens 1500 Euro netto vollständig verbleiben. Vom überschießenden Betrag fordere der Bezirk Unterfranken als Sozialleistungsträger lediglich die Hälfte als Beteiligung ein. Bei Ehepartnern sei der Freibetrag immerhin 2550 Euro netto, so Steffen Vogel.

Weiterhin sei es gängige Praxis, dass die ältere Generation ihren Besitz auf Kinder und Enkel übergebe. In diesem Zusammenhang warnte Vogel: „Unterschreiben Sie nichts ohne rechtliche Absicherung.“ Dazu zähle beispielsweise die Eintragung eines lebenslangen Wohnrechtes.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.