Früher war alles anders. Nicht unbedingt, aber was das Wetter zum Rödelseer Frühling anbelangt, auf jedem Fall. Die zweitägige Veranstaltung war eigentlich in den vergangenen Jahren ein Garant für Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad und ein Publikumsmagnet für Besucher aus ganz Unterfranken.

Nicht so am Wochenende. Vor allem der Samstag zeigte sich von seiner unfreundlichen Wetterseite. Der Schwanberg hinter dicken Wolken versteckt, aus denen ein fieser Nieselregen fiel, und lediglich acht Grad sorgten dafür, dass dort, wo sich für gewöhnliche Menschenmassen zwischen den Verkaufsständen drängten, jede Menge Platz war. Anoraks, Mützen und Regenschirme prägten das Bild. Die Standbetreiber warteten bibbernd auf Kundschaft. Einige kämpften mit Glühwein gegen die innere Kälte, andere räumten freimütig ein, aus vorbeugenden Gründen noch einmal die langen Unterhosen aus dem Schrank geholt zu haben. „Heute frieren selbst die Gartenzwerge“, frotzelte ein Verkäufer von Deko-Artikeln für Haus und Garten.

Einige der rund 120 Stände blieben leer. Diejenigen, die da waren, trugen das Ganze mit Fassung. „Es is wie es is und änder könner mer nix“ stellte ein Korbflechter fest, der seit vielen Jahren mit seinen Waren nach Rödelsee kommt. Schließlich, so der Mann weiter, sei in den vergangenen Jahren immer schönes Wetter gewesen und „wo kämen wir da hin, wenn jeder sich das Wetter so machen könnte, wie er es gerade braucht“.

Eisgekühlte Getränke oder Eis waren beim Publikum heuer wenig gefragt, dafür stieg bei einigen das Interesse an den feilgebotenen Obstbränden, an Kaffee oder warmen Knackwürsten. Als besonders wetterfest erwiesen sich die Hobbygärtner unter den Besuchern. Sie deckten sich reichlich mit Gemüse- und Salatpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen, Küchenkräutern und anderem Grünzeug ein. Die Gärtner freute es und einer stellte angesichts des Regens zufrieden fest, dass es in den vergangenen Wochen ohnehin viel zu trocken gewesen sei und die Natur den Regen dringen nötig habe, was wiederum eine Kundin zu der Bemerkung, „ja, aber nicht ausgerechnet heute“ veranlasste. Auch wenn die Meinungen der Standbetreiber und Besucher über das Wetter am Samstag teilweise auseinandergingen, waren sich am Ende alle einig, dass der Sonntag bestimmt besser wird und dann doch noch so richtig was los sein wird beim Rödelseer Frühling.