MAINBERNHEIM

Wenn die Lebkuchenfabrik brennt

Großes Hallo herrschte am Donnerstag auf dem Gelände der Firma Bären Schmidt: Die Großübung der Feuerwehren aus Mainbernheim, Iphofen, Rödelsee, Fröhstockheim, Michelfeld, Markt Einersheim und Willanzheim sorgte für reges Interesse. Zahlreiche Zuschauer sammelten sich hinter einer Absperrung, mittendrin auch zwei kleine Kinder in kompletter Feuerwehrmontur. In Stiefel, Helm und Gürtel warteten sie ungeduldig darauf, dass es endlich losgeht. Mit ihnen warteten Vertreter der Feuerwehr-Kreisführung, Bürgermeister Karl Wolf und Kameraden einiger Nachbarwehren.
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Übungsobjekt: Etliche Einsatzfahrzeuge und 114 Rettungskräfte waren notwendig, um den angenommenen Brand in der Produktionshalle der Firma Bären Schmidt in Mainbernheim zu löschen. Foto: Foto: Regina Sterk

Großes Hallo herrschte am Donnerstag auf dem Gelände der Firma Bären Schmidt: Die Großübung der Feuerwehren aus Mainbernheim, Iphofen, Rödelsee, Fröhstockheim, Michelfeld, Markt Einersheim und Willanzheim sorgte für reges Interesse. Zahlreiche Zuschauer sammelten sich hinter einer Absperrung, mittendrin auch zwei kleine Kinder in kompletter Feuerwehrmontur. In Stiefel, Helm und Gürtel warteten sie ungeduldig darauf, dass es endlich losgeht. Mit ihnen warteten Vertreter der Feuerwehr-Kreisführung, Bürgermeister Karl Wolf und Kameraden einiger Nachbarwehren.

Nach der Alarmierung durch die Leitstelle rückten die beteiligten Wehren mit jeder Menge Einsatzfahrzeugen an. Simuliert wurde bei der Übung ein Brand im Produktionsgebäude der Firma. Unrealistisch ist das nicht: Bereits vor einigen Jahrzehnten hatte ein Großfeuer Teile des Produktionsgebäudes in Schutt und Asche gelegt, berichtet Betriebsleiter Horst Thiergärtner. Damals war vor allem die Holzbalkenkonstruktion der Halle ein Problem.

Heutzutage geht die Gefahr von einer anderen Quelle aus, wie ein Feuerwehrkamerad weiß: Für die Produktion der Gummibärchen werden Formkästen verwendet, die mit trockenem, feinen Maismehl gefüllt sind. Die vielen Tonnen des Materials machen die Gefahr einer Staubexplosion nahezu so wahrscheinlich macht wie die eines Holzbrandes. Deshalb war auch bei der Übung äußerste Vorsicht geboten: Jederzeit kann die angenommen Hitzeentwicklung des Brandes zu einer gefährlichen Kettenreaktion führen.

Aber die Einsatzkräfte hatten die Situation im Griff: Verletzte und vermisste Personen wurden schnell gefunden und gerettet. Über die Drehleiter und das Treppenhaus war dann auch das vermeintliche Feuer bald gelöscht und nach rund 41 Minuten alles vorbei.

Während der Aufräumarbeiten zogen die Führungskräfte Bilanz. Kreisbrandrat Roland Eckert lobte das Engagement der freiwilligen Helfer und zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden. Vor allem die Zusammenarbeit der Wehren untereinander sei bei solchen Einsätzen wichtig und habe gut funktioniert. Erschwert wurde die Übung dadurch, dass die Produktion der Firma Bären Schmidt nicht unterbrochen war, weshalb kein Wasser aus den Schläuchen kommen durfte und sich die Einsatzkräfte den Ernstfall vorstellen mussten. Trotzdem saßen die Handgriffe der 114 Feuerwehrleute.

Die Übung fand statt im Rahmen der Aktionswoche der Freiwilligen Feuerwehren. „Keine Ausreden! Mitmachen!“ lautet das diesjährige Motto. Die groß angelegten Übungen dienen jedoch nicht nur der Schulung der Einsatzkräfte, sondern sollen auch Zuschauern und vor allem dem Nachwuchs Lust auf die Arbeit bei der Feuerwehr machen. Eine Motivation, die die beiden Knirpse in ihren Kinderschutzanzügen wohl nicht mehr brauchen.

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