KITZINGEN

Wenn die Kamera über den AKG-Schulhof schwebt

Für den Clip wurden Schüler des Armin-Knab Gymnasiums bei den Filmtagen bayerischer Schulen ausgezeichnet. Denn sie ließen sich etwas ganz Besonderes einfallen.
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AKG-Schüler präsentieren: Einen Imagefilm mit Pfiff
Das Armin-Knab-Gymnasium wurde bei den Filmtagen bayerischer Schulen für seinen Imagefilm ausgezeichnet. Als Schauspielerinnen waren Lena und Sophie daran beteiligt; Fabienne und Fabian gehören zur Filmgruppe, die das Projekt unter der Leitung von Lehrer Christian Hanft (von links) ins Leben gerufen hat. Foto: Foto: Svenja Kloos

Sophie ist neu am Armin-Knab-Gymnasium (AKG) – etwas planlos steht sie im Sekretariat, schaut sich hilfesuchend um. Neben ihr lehnen die beiden älteren Schüler Lena und Florian am Tresen. Sie bemerken Sophies Unsicherheit und beschließen kurzerhand, ihr das Gebäude zu zeigen.

„Wir wollten keinen Hochglanz-Imagefilm machen, sondern einen mit ein bisschen Witz und Pfiff.“

So beginnt der Imagefilm des AKG, den Oberstufenschüler für ihre Schule gedreht haben. Klingt zunächst nicht besonders ausgefallen. Der gut sechs Minuten lange Streifen hat es jedoch nicht nur ins Hauptprogramm der Filmtage bayerischer Schulen geschafft, sondern wurde dort sogar ausgezeichnet.

Denn außergewöhnlich an dem Clip ist schon der Rundgang von Sophie, Lena und Florian durch die Schule. Auf dem Flur geraten sie ins Blitzlichtgewitter der Fotogruppe, im Treppenhaus spielt die Big Band, Schüler jonglieren auf den Gängen, im Chemieraum explodiert ein Luftballon. Streichorchester, Schülerzeitung oder Volleyballer: 30 verschiedene Wahlkurse wurden so im Haus positioniert, dass der Weg der Drei an ihnen vorbeiführt.

„Wir wollten keinen Hochglanz-Imagefilm machen, sondern einen mit ein bisschen Witz und Pfiff“, sagt Christian Hanft, Lehrer und Leiter der Filmgruppe. „Dass bei uns Mathe und Deutsch unterrichtet werden, weiß schließlich jeder.“

Deshalb haben sich die Schüler entschieden, das in den Vordergrund zu rücken, was das AKG ihrer Meinung nach auszeichnet: Die Vielfalt der Wahlfächer. Die Gemeinschaft – denn hätten nicht so viele Jahrgangsstufen mitgewirkt, wäre das Filmprojekt nicht möglich gewesen.

Eine spezielle Herausforderung: Der Clip wurde im „One Shot“ gedreht, also am Stück und ohne Schnitt. Drei Schulstunden hätten sie dafür Zeit gehabt. Drei Versuche und einer sollte sitzen. „In den fünf Sekunden, in denen die Kamera vorbeikommt, musste jeder an seinem Platz stehen und funktionieren“, so Hanft.

Eine große Verantwortung – auch für Kameramann Fabian. Wobei, Kameramann ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Das komplette Kurzvideo wurde mit einer Drohne aufgenommen, die der 18-Jährige durch das Schulgebäude getragen hat. Da sie allerdings über kein Display verfügt, musste Fabian praktisch blind filmen.

Am Ende des Drehtags flimmerten schließlich die Bilder über den Monitor, die die Filmgruppe ein halbes Jahr lang sorgfältig geplant hat. „Wir hatten ein klares Konzept im Kopf, aber ob das aufgehen würde, war völlig offen“, sagt Christian Hanft.

Es ist aufgegangen: 150 Filme werden jedes Jahr bei den Filmtagen bayerischer Schulen eingereicht. Nach einer Vorauswahl der Jury wurden in diesem Jahr 32 Einsendungen im Hauptprogramm gezeigt.

Gut die Hälfte davon ist ausgezeichnet worden – so auch der Film des AKG, der übrigens mit noch zwei weiteren Ideen punkten konnte: Am Ende steigt die Drohne in die Luft, schwebt über den Pausenhof, auf dem 300 Schüler das Logo des Gymnasiums formen.

Im Hintergrund läuft ununterbrochen der neue Schulsong, den Lehrer Michael Stöcklein mit einer Handvoll Schülern extra für den Film komponiert hat. Gemeinsam mit dem Chor der fünften und sechsten Klasse und der Schulband haben sie ihn anschließend aufgenommen.

Schon seit einigen Jahren nimmt das AKG an den Filmtagen teil. Mehrfach wurden Arbeiten der Gymnasiasten im Hauptprogramm gezeigt – prämiert wurde bisher aber noch keine.

An diesem Freitag, 28. Oktober, wird der Imagefilm der Schulgemeinschaft präsentiert. Ferner läuft er am Wochenende beim binationalen Jugendfilmfestival im französischen Bayeux. Erst dann darf er auch auf der Schulhomepage veröffentlicht werden.
 

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