Kitzingen

Wenn die Fahrerkabine wackelt

Aus dem Gericht: Handfester Streit unter Brummifahrer endet mit der Zahlung von Schmerzensgeld- Verfahren eingestellt.
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Ein Streit unter Brummifahrern - auch das kann ein Gericht beschäftigen. Foto: Christopher Schulz

"Sie sind beide super Mitarbeiter, aber miteinander können sie nicht." Das attestierte der Disponent einer Spedition seinen Mitarbeitern. Dass der zweite Teil der Aussage stimmt, zeigte sich, als bei einer handfesten Auseinandersetzung auf dem Firmengelände nicht nur die Fäuste flogen. Jetzt saß der Jüngere vor dem Kitzinger Amtsgericht. Die Anklage wegen Körperverletzung wurde eingestellt. Allerdings unter der Auflage, dass er seinem ungeliebten Kollege 2000 Euro Schmerzensgeld zahlt und dessen Verfahrenskosten übernimmt.

Auf diesen Weg ohne Urteilt einigten sich alle Beteiligten nach einer unterbrochenen Verhandlung und einem Ortstermin, bei dem das Gericht den Tatort Lastzug in Augenschein nahm. Allzu viel Klarheit in die widersprüchlichen Versionen der Kontrahenten hat das aber auch nicht gebracht. Ebenso wenig wie die Aussagen einer Zeugin, die sich mit den Worten bei allen Beteiligten entschuldigt hatte: "Es tut mir leid, ich habe kein Ahnung."  Immerhin war nach ihrer Aussage klar, dass die zwei Fahrer in dem Laster einer Auseinandersetzung hatten. "Die Fahrerkabine hat gewaltig gewackelt", sagte die Frau, die gerade nebenan tankte. Dann hätten sich zwei Männer auf dem Boden gewälzt und aufeinander eingeschlagen, bis einer verschwunden sei und einer den Laster weggefahren hat.

Ortstermin brachte nichts

Wer am Ende welchen Anteil hatte, wer geschlagen hat, warum und wie oft, wer weggelaufen und wer gefahren ist, fiel unter die Kategorie keine Ahnung. Da nutzte es auch nichts, dass die Richterin einen Ortstermin angeordnet hatte. Mit Blick auf die unsichere Beweislage und nach einem Rechtsgespräch mit allen Beteiligten den Vorschlag, die Sache zu beenden und zwar mit der Einstellung und der Zahlung von Schmerzensgeld. Werden die Auflagen innerhalb von sechs Monaten erfüllt, ist die Sache endgültig vom Tisch und die beiden  können sich weiter als super Mitarbeiter beweisen, auch wenn sie nicht miteinander können.

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