IPHOFEN

Wenn Wildschweine die Sau raus lassen

Die zunehmende Population von Wildschweinen im Raum Iphofen sorgt für immer mehr Schäden auf den Äckern und Ärger bei der Jagdgenossenschaft. Gründe für den Ärger nannte am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Iphofen der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Rainer Schiffmeyer: „Seit Frühjahr können wir das Revier III nicht mehr verpachten."
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Landplage: Wildschweine bereiten immer mehr Ärger. Jetzt auch im Iphöfer Stadtwald, wo das Thema für Diskussionsstoff sorgte. Foto: Foto: Getty Images

Die zunehmende Population von Wildschweinen im Raum Iphofen sorgt für immer mehr Schäden auf den Äckern und Ärger bei der Jagdgenossenschaft. Gründe für den Ärger nannte am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Iphofen der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Rainer Schiffmeyer:

„Seit Frühjahr können wir das Revier III nicht mehr verpachten. Es grenzt an zwei Eigenjagdreviere der Stadt an und der Wald dort ist eine regelrechte Wildschweinzuchtstation.“ Die Sauen würden aus den Wäldern herauskommen und die angrenzenden Felder regelrecht umgraben. Die entstandenen Schäden müssen von den Jagdpächtern getragen werden.

Schiffmeyer, der gleichzeitig Wildschadensschätzer ist, berichtete von einem Maisfeld. 1,5 Hektar des insgesamt 4,5 Hektar großen Feldes sei von den Wildscheinen vernichtet worden. Der Ertrag eines Hektars liege bei rund 120 Doppelzentnern. Die Schweine vernichteten im Schnitt drei Doppelzentner pro Tag.

Schiffmeyer geht davon aus, dass dort mindestens 70 bis 80 Wildschweine ihr Unwesen treiben.

Er bezifferte den Schaden auf diesem Feld mit 7000 Euro plus Wiederherstellungskosten von 4000 bis 5000 Euro. „Da reicht es nicht, wenn im Rahmen einer Jagd 30 Wildsäue geschossen werden“, so der Jagdvorsteher. Er forderte, dass alle Jäger in Iphofen zur nächsten Jagdversammlung kommen und sich darauf einigen, der Schweineinvasion gemeinsam Herr zu werden.

„Wenn keine Lösung gefunden wird, werden wir die Jagdgenossenschaft auflösen und dann wird jeder, der in diesem Revier ein Grundstück hat für die Schäden zur Kasse gebeten“, kündigte er an. „Wir brauchen keine klugen Sprüche, sondern Jäger, die helfen.“ In der Flur hätten Jäger keine Chance, die Wildsauen müssten intensiv im Wald bejagt werden, sagte der Vorsitzende und bat den Rat um Unterstützung.

Ratsmitglied Rupert Maier, selbst Jäger, warf den Jagdgenossen vor, ihren Mais bis an die Waldränder anzubauen, sodass den Jägern kein Schussfeld bleibe. Grundsätzlich räumte er aber ein, dass etwas geschehen müsse.

Bürgermeister Josef Mend berichtete, dass heuer so viele Wildschadensmeldungen eingegangen seien, wie nie zuvor in seiner 26-jährigen Amtszeit. „Wir müssen das Problem ernst nehmen.“ Mend warnte, dass die Jagdgenossen, wenn sie für die Schäden aufkommen müssen, schon bald kein Geld mehr für den Wegebau haben werden.

Stadtförster Rainer Fell sagte: „Handeln kann nur der, der den Finger am Abzug hat und das sind die Jäger.“ Er berichtete allerdings auch, dass kürzlich bei einer Drückjagd, den Jägern keine einzige Sau vor die Flinte gekommen sei.

Schiffmeyer nannte das Verhalten der Jäger eine Unverschämtheit sondergleichen. Sie würden die geltende Wochenfrist, in der Schäden der Kommune gemeldet werden müssen verstreichen lassen in der Hoffnung, die Genossen würden auf die Entschädigungszahlung verzichten. Fell informierte, dass sich normalerweise Jagdpächter und die Jagdgenossenschaft untereinander einigen sollten. Gelinge dies nicht, sei binnen Wochenfrist die Kommune und der Wildschadenschätzer zu informieren. Komme es auch dann nicht zu einer Einigung, bleibe der Klageweg.

Stadtförster Rainer Fell informierte, dass die Jagdbehörde für November eine revierübergreifende Drückjagd für die Jagdreviere von Abtswind über Castell bis Iphofen angeordnet habe und auch die Iphöfer Jäger zugesagt hätten, sich beteiligen zu wollen.

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