Marktsteft

Wenn Seehofer zum TÜV muss

Wolfgang Krebs ist derzeit mit seinem Programm „Können Sie Bayern?“ auf Tour. Bekannt wurde der Comedian durch seine Auftritte als Horst Seehofer am Nockherberg. Er tritt in dem wöchentlichen Magazinsendung „quer“ im Bayerischen Fernsehen auf. Am 11. Juli kommt er mit Seehofer & Co. nach Marktsteft. Im Interview verrät er, was die Zuschauer erwartet.
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Wenn Bayern zum TÜV muss: Zu einem Comedy-Abend mit Wolfgang Krebs lädt die Brauerei Kesselring in Marktsteft am Samstag, 11. Juli, ein – und der Landesvater ist selbstverständlich auch dabei.

Wolfgang Krebs ist derzeit mit seinem Programm „Können Sie Bayern?“ auf Tour. Bekannt wurde der Comedian durch seine Auftritte als Horst Seehofer am Nockherberg. Er tritt in dem wöchentlichen Magazinsendung „quer“ im Bayerischen Fernsehen auf. Am 11. Juli kommt er mit Seehofer & Co. nach Marktsteft. Im Interview verrät er, was die Zuschauer erwartet.

Frage: Was fällt Ihnen zum Landkreis Kitzingen ein?

Wolfgang Krebs: Dass sich ein Weingebiet ans andere reiht. Der Landkreis Kitzingen ist ein wunderbarer Ort zum Leben. Als Fernsehmann fällt mir ein, dass der Leo Kirch bei Euch geboren ist. Ich habe viele Jahre für seine Sender gearbeitet.

In einer Brauerei aufzutreten ist . . .

Krebs: . . . besser als auf einem Weinberg, weil man auf dem Berg oft nur Trauben bekommt, und nicht den fertigen Wein. In der Brauerei dagegen gibt's auch was zu trinken.

Ihr aktueller Lieblingswitz?

Krebs: Frauen können zwei Sachen gleichzeitig: Rückwärts einparken und dabei den Außenspiegel abfahren. Meine Frau hat jetzt eine Rückfahrkamera: Da kann sie sich die Sachen lang anschauen, bevor sie voll drauffährt.

Was glauben Sie: Wer beerbt Horst Seehofer – und was heißt das für Ihr Programm?

Krebs: Zur Zeit sieht es so aus, als ob auf Horst Seehofer der Markus Söder folgt. Ich behalte zur Sicherheit Ilse Aigner, Alexander Dobrindt und Joachim Herrmann im Auge. Vermutlich wird's dann wieder mal ein ganz anderer. Aber ich werde auf jeden Fall den nächsten Ministerpräsidenten/in auch darstellen. Markus Söder und Ilse Aigner habe ich mir schon vor einem Jahr angeeignet.

Auf wen dürfen sich die Zuschauer in Ihrem aktuellen Programm freuen?

Krebs: Zum Beispiel auf den Schorsch Scheberl. Er ist Vorsitzender von allen 30 Vereinen in Untergamskobenzeisgrubengernhafelverdimmering. Und regt sich darüber auf, dass alle das Dorf verlassen und in die Stadt ziehen. Und über das Neubaugebiet. Und darüber, dass nicht genügend Grundstücke verkauft werden. Eigentlich regt er sich über alles auf, das kommt mir sehr entgegen. Dann hätten wir noch die Waldemarie Wammerl, die Vorsitzende des Interessenverbands für Verbandsinteressen von Interessenverbänden. Nicht zu vergessen Meggy Montana, den erfolglosesten Schlagersänger der Welt.

Was hat Sie dazu bewogen, genau diese Figuren auf die Bühne zu bringen?

Krebs: Es macht mir Spaß, bekannte Personen zu parodieren – aber auch unbekannte. Personen, die es tatsächlich gibt und die wir eventuell sogar kennen, die aber keine Prominenten sind. Aber genauso lustig . . .

„Wer bin ich wirklich und wenn ja: wie viele?“
Wolfgang Krebs über seine vielen Rollen
Zurück zur Politik: Seit einiger Zeit spielt auch Angela Merkel eine größere Rolle in Ihrem Typenkabarett. Wer gewinnt den Machtkampf auf der Bühne? Seehofer oder Merkel?

Krebs: Ich denke, die werden beide gleichzeitig von der Bühne abgehen. Aber das ist genau der Vorteil von Schorsch Scheberl und Waldemarie Wammerl: Sie werden niemals zurücktreten müssen.

Wie darf man sich eine Bayern-TÜV-Prüfung vorstellen?

Krebs: 'Vorstellen' ist das richtige Wort. Das hat mit „Vorstellung“ zu tun, und jeder, der sie besucht, weiß danach die Antwort.

Würden Sie selbst eine Bayern-TÜV-Prüfung bestehen?

Krebs: Ja bestimmt, denn ich habe einen Franken als Vater, eine Oberbayerin als Mutter, lebe in Schwaben und hatte meinen kabarettistischen Durchbruch zwischen Niederbayern und der Oberpfalz. Wenn einer Bayern kennt, dann ich.

Ihre Stärke ist die Parodie. Wie eignet man sich das an?

Krebs: Ich inhaliere einen Menschen komplett, solange, bis er ein Teil von mir geworden ist. Dabei gehe ich vor wie ein kriminalistischer Profiler. Lange Studien im Internet, Video, Radio gehören dazu. Nach drei Wochen kann ich jeden.

Ist Ihr Terminkalender so voll wie der von Horst Seehofer oder Angela Merkel?

Krebs: Mit über 200 Live-Auftritten im Jahr bin ich schon sehr fleißig, aber ich denke, dass die Original-Politiker mehr Arbeit haben. Eine Regierung ist aber auch nur so gut, wie sie von Journalisten, Kabarettisten und der Opposition herausgefordert wird. Deshalb brauchen wir auf all diesen Ebenen weiterhin gute Leute, die auch gerne arbeiten.

Inspirieren sich diese verschiedenen Rollen gegenseitig?

Krebs: Ich hatte schon als Seehofer mit mir eine Diskussion gegen den Stoiber und umgekehrt. Das sind die Momente, in denen ich mich wirklich frage: Wer bin ich wirklich und wenn ja: wie viele?

Comedy-Abend mit Wolfgang Krebs: Brauerei Kesselring in Marktsteft am Samstag, 11. Juli, um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) ein. An diesem Abend gibt Politikkabarettist Wolfgang Krebs Tipps für den täglichen weißblauen Überlebenskampf: Informationen von ausgewiesenen Fachleuten für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens im Freistaat. Karten im Vorverkauf bei der Brauerei Kesselring und der Bäckerei Matthäus, Tel. (0 93 32) 5 06 30 sowie an der Abendkasse.



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