KITZINGEN

Wenn Schweinchen grinsen

Mit Home Staging zeigen, was in einem leer stehenden Geschäft möglich ist. Diesen Weg zum Abbau von Leerständen in der Innenstadt testet derzeit der Kitzinger Stadtmarketingverein (STMV) aus. Erstes Objekt ist die Ritterstraße 20, wo gerade die Illusion von einem Bioladen mit vegetarischem Restaurant entsteht. Weitere sollen folgen.
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Illusion aus Karton: Wie aus einer Baustelle ganz schnell ein Bioladen plus vegetarisches Restaurant wird, das ist zur Zeit in der Ritterstraße 20 in Kitzingen zu sehen. Dort ist die Home Stagerin Inge Böhm-Rudolph (links) aus Iphofen dabei, zu zeigen, was in einem der Leerstände in der Innenstadt möglich sein könnte. Beim Besuch auf der „Baustelle“ zeigten sich Konversionsmanager Christoph Hagen und Claudia Biebl vom Stadtmarketingverein schon mal beeindruckt.Foto: SIEGFRIED SEBELKA

Mit Home Staging zeigen, was in einem leer stehenden Geschäft möglich ist. Diesen Weg zum Abbau von Leerständen in der Innenstadt testet derzeit der Kitzinger Stadtmarketingverein (STMV) aus. Erstes Objekt ist die Ritterstraße 20, wo gerade die Illusion von einem Bioladen mit vegetarischem Restaurant entsteht. Weitere sollen folgen.

„Wir wollen zeigen, was in den Kitzinger Leerständen möglich sein könnte.“
Claudia Biebl Stadtmarketingverein

Home Stagerin Inge Böhm-Rudolph kommt aus Iphofen. Ihr Job ist eine Mischung aus Designerin und Innenarchitektin. Normalerweise richtet sie Immobilien mit ihren gestalterischen Mitteln so her, dass die Kunden zum Kauf oder zum Mieten animiert werden. Jetzt ist sie im Erdgeschoss der Kitzinger Ritterstraße 20 im Einsatz.

„Meine ersten Baustelle, die ich gestalte“, sagte sie bei einem Besuch. Mit dabei Konversionsmanager Christoph Hagen, der unter anderem für die Leerstände in Kitzingen zuständig ist, und Claudia Biebl. Die Chefin des Stadtmarketingvereins ist beim ersten Blick auf das „neue Restaurant“ begeistert: „Toll, was in so kurzer Zeit hier entstanden ist.“

Der Stadtmarketingverein steht hinter der Aktion. „Wir wollen zeigen, was in den Kitzinger Leerständen möglich sein könnte“, so Claudia Biebl. Ein Bioladen mit vegetarischem Restaurant zum Beispiel.

An der Illusion vom einem solchen Laden arbeitet die Stagerin Inge Böhm-Rudolph, die Bühnenbildnerin und Kulissenbauerin in einem ist. Mit Erfolg, wie ein Blick in den großen Raum mit frei gelegten Stahlträgern, unverputzter Decke und einem riesigen Loch in der Wand zeigt. Die Wände sind mit Stofftapeten dezent dekoriert. Vasen kleben an der Wand. Teppiche liegen bereit und auch eine Tafel mit dem Auszug aus der möglichen Speisekarte fehlt nicht. Spaghetti mit Bärlauchpesto wären gerade für acht Euro im Angebot.

Dann sind da die Möbel. Aus der Ferne sehen die Sitzgruppen mit Tisch und vier Hockern richtig gut aus. Aus der Nähe zeigt sich, dass sie zwar stabil, aber aus Pappe sind. „Die Firma Reka Kartonagen hat uns hier professionell unterstützt“, sagte Biebl. Auch andere Kitzinger Firmen sind mit im Boot. Die Lampen in Grün über den Tischen, die für Atmosphäre sorgen, sind übrigens von IKEA, sagt Böhm-Rudolph. Das Material muss günstig sein und mehrfach verwertbar. Die Stadtgärtner werden dafür sorgen, dass noch mehr Grün in den Laden kommt. Wenn es dann noch mit der geplanten Beleuchtung klappt, wird man beim Blick durch die Fenster von der Ritterstraße aus von Leerstand nicht mehr spüren und glauben, dass es hier was Vegetarisches gibt. „Vielleicht bringen wird ja den einen oder anderen auf eine Idee“, hofft Biebl. Das mit Blick auf die vegetarischen und veganen Angebote grinsende Schweinchen auf der Tafel mit der Speisekarte dürfte es jedenfalls freuen.

Der Laden wird nach der Fertigstellung übrigens ganz offiziell eröffnet. Der Termin steht noch nicht genau fest. In jedem Fall aber vor dem Stadtfest ab dem 5. Juni, sagte Biebl.

Home Staging

Der Begriff: Home Staging kommt aus den USA und bezeichnet das professionelle Gestalten von Räumen einer Immobilie zur Verkaufsförderung. Eingesetzt werden dazu Möbel, Farbe, Licht und Fußbodengestaltung. Home Staging ist eine Mischung aus Verkaufstechnik und Innenarchitektur. Das Ziel: Ziel ist es, ein Haus oder eine Eigentumswohnung mit mehr Erlös zu verkaufen. Dazu wird versucht, der Immobilie ein Flair zu geben, das möglichst breite Kreise potenzieller Käufer anspricht.

Die Geschichte: Home Staging wird in den USA seit den 1970er Jahren angewendet. Seit den 1990er Jahren hat sich Home staging als eigener Betätigungs- und Geschäftsbereich für Designer und Innenarchitekten herausgebildet. 2006 wurde in Hamburg die erste Home-Staging-Agentur eröffnet. Bundesweit arbeiten mittlerweile etwa 200 Home Stager. Quelle: Wikipedia

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