Wiesentheid

Wenig Gegenliebe für die "Salatfabrik"

In Wiesentheid haben die Freien Wähler eine deutliche Meinung zu dem Vorhaben einer holländischen Firma.
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Salat vor den Toren Wiesentheids: Auf diesen Flächen im Osten von Wiesentheid plant ein holländisches Unternehmen den Bau einer Salatzucht. Foto: Andreas Stöckinger
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Das holländische Unternehmen Deliscious möchte in Wiesentheid ein Salatgewächshaus neu bauen. Wie bereits berichtet, hat die Gärtnerei dazu eine 17,8 Hektar große Fläche am östlichen Ortsrand der Gemeinde, direkt an der Straße nach Abtswind gelegen, im Auge. Vor allem von der Dimension des Vorhabens zeigten sich die Wiesentheider Gemeinderäte bei der Vorstellung des Ganzen zunächst wenig angetan. Der Begriff "Salatfabrik" fiel bei der Diskussion zu dem Vorhaben.

Ihre Meinung machten die Vertreter des Bürgerblocks in einem Schreiben deutlich. "17,8 Hektar, das sind etwa 26 Fußballfelder direkt vor unserer Haustür. Wenn man bislang nach Untersambach fährt, richtet sich der Blick auf den Friedrichsberg, künftig auf zwei Wärmespeichertürme mit 43 Meter Durchmesser und 16 Meter Höhe über Erdniveau! Ein Wahnsinn." Aus Sicht der Freien sei das "eine maximale Flächenvergeudung."

Ratsmitglied Michael Rückel vom Bürgerblock hat eine eindeutige Meinung. "Das hat mit Landwirtschaft nichts zu tun, es ist ein reiner Industriebetrieb mit allen Nachteilen. Wir sind strikt dagegen - aus mehreren Gründen", bezieht der Fraktionssprecher des Bürgerblocks Position. Auch weil die Salatzucht gerade einmal etwa 35 Arbeitsplätze ausgewiesen habe.

Rückel nennt das Ganze einen "gravierenden Einschnitt" ins Landschaftsbild Wiesentheids, zumal die Fläche an der Einfallstraße liege. Bedenken hat er nicht nur wegen der angedachten beiden 16 Meter hohen Wärmespeicher, die wie Türme aussähen.

Er verweist darauf, dass es am östliche Ortsrand bereits mehrfach Probleme bei Starkregen gegeben. Würden gerade dort weitere Flächen versiegelt, dann befürchtet er noch mehr Schwierigkeiten. Regelmäßig habe man auf den von Untersambach her gelegenen Flächen "Land unter." Ein in der Nähe liegender Damm drohte bereits zu brechen.

Einen Haken fanden die Gemeinderäte bereits. Bei näherem Betrachten der Unterlagen wurde festgestellt, dass das überplante Grundstück eine fast 4000 Quadratmeter große Fläche mit einschließt, die im Besitz der Gemeinde ist. Einen Verkauf lehnte der Gemeinderat einstimmig ab. Ob sich damit die Ansiedelung verhindern lässt? Die Unterlagen erneut an das Landratsamt zur Prüfung.

Die Position der Freien Wähler ist somit klar: Sie wollen den Bau mit allen Mitteln verhindern. Es gelte, die Bürger zu informieren und zu sensibilisieren, so der Fraktionssprecher. Seine Partei erwäge eventuell auch Unterschriften dagegen zu sammeln.

Bürgermeister Werner Knaier (CSU) ist zwiegespalten. Erst einmal müsse man abwarten. "Ob der Bauherr den Antrag weiter verfolgt, werden wir sehen." Keiner wolle dieses "monströse Ding", aber ob sie zu verhindern sei, könne er nicht sagen.

"Schön wird das Ganze nicht. Das wird Puma in Geiselwind aber auch nicht", meinte er mit Blick auf den Neubau des Sportartikelherstellers in der Nachbargemeinde. Sollte die Salatzucht genehmigt und gebaut werden, könne man es nicht nur schlecht reden. Viele kaufen Salat im Supermarkt, irgendwo müsse das Gemüse ja angebaut werden.



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