WIESENTHEID.

Welturaufführung in Wiesentheid

Ein hochbrisantes und aktuelles Thema ist in dieser Woche auf der Bühne des Gymnasiums Wiesentheid zu sehen. In der Sporthalle 1 wird an diesem Donnerstag und am Freitag, jeweils ab 19.30 Uhr, das Musical „Mein Name ist Abebi“ präsentiert. Über 45 Mitwirkende der Klassen 5 bis 11 sowie eine vierzehnköpfige Musiktheaterband setzen die Ideen von Evi und Gerd Semle um.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beeindruckend: Die Schüler aus dem Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid haben eine Flüchtlingsgeschichte als Musical einstudiert. Foto: Foto:Gerd Semle
+2 Bilder

Ein hochbrisantes und aktuelles Thema ist in dieser Woche auf der Bühne des Gymnasiums Wiesentheid zu sehen. In der Sporthalle 1 wird an diesem Donnerstag und am Freitag, jeweils ab 19.30 Uhr, das Musical „Mein Name ist Abebi“ präsentiert. Über 45 Mitwirkende der Klassen 5 bis 11 sowie eine vierzehnköpfige Musiktheaterband setzen die Ideen von Evi und Gerd Semle um.

Die beiden Lehrer haben im letzten Jahr erstmals ein Musical vollständig verfasst und musikalisch vertont. Bei den vier Aufführungen war der Applaus groß. Nach diesem Erfolg haben sich die beiden kreativen Köpfe dazu entschieden, ein Musiktheater zum Thema Flüchtlinge zu schreiben.

Damals konnten sie nicht ahnen, wie brisant dieses Thema in den folgenden Monaten noch werden würde. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Flüchtlingsproblematik im Mittelmeerraum derartig aktuell und in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte rücken würde“, erzählt Evi Semle, die die Idee zu Papier gebracht hat. Neben aller Dramatik und der nachdenklichen stimmenden Grundthematik stecken aber auch viele heitere und unterhaltsame Szenen in diesem Musical. Es erzählt die Geschichte der dreizehnjährigen Abebi, die mit ihrer Mutter Makemba, ihrem Bruder Kimane und dem Onkel Obasi vor dem islamistischen Terror aus dem Nordosten Nigerias flieht. Auf dem beschwerlichen und gefährlichen Weg durch Savanne und Wüste treffen sie auf weitere Flüchtlinge, die zu Schicksalgenossen werden.

Bis sie schließlich nach Deutschland einreisen und Asyl beantragen können, müssen sie vielfältige Gefahren überstehen. Sie treffen auf die unterschiedlichsten Menschen, die ihre dramatische Flucht behindern, oft aber auch auf menschliche Weise unterstützen und ihre Hilfe anbieten. „Es war eine große Herausforderung, für diese emotional so unterschiedlichen Szenen die richtigen Musikstücke zu komponieren“, berichtet Gerd Semle. „Das machte aber auch gerade den Reiz dieser Musicalproduktion aus.“ Der Musiklehrer des Gymnasiums hat in den vergangenen Monaten nicht nur die Liedtexte seiner Frau vertont, sondern auch die übrigen Musikstücke passend zur jeweiligen Stimmung komponiert und mit der Musiktheaterband geprobt. Die Hauptrolle der dreizehnjährigen Abebi spielt Emelie Rehberger. Und das passt gut, ist die Achtklässlerin doch selbst 13 Jahre jung. In den Pfingstferien hat sie die Rolle eingeübt, den Text gelernt und sich in die Gedankenwelt der Abebi eingefühlt. „Man durchlebt die ganze Flüchtlingsgeschichte selbst“, erzählt Emelie. „Und erhält eine Menge Hintergrundwissen.“

Emelie freut sich schon auf die Premiere am Donnerstagabend. In dieser Woche sind aber noch jede Menge Proben angesagt. Jeden Tag stehen die jungen Schauspieler von 8 bis 16 Uhr auf der Bühne. Die Welturaufführung soll schließlich ein Erfolg werden. Große Unterstützung erhielten und erhalten die beiden Lehrer von einer 15-köpfigen P-Seminargruppe „Musiktheater“, die sich mit um die Kostüme, das Bühnenbild und die Ausstattung des Musicals kümmerte. Zudem wird das P-Seminar das Catering während der Aufführungsabende übernehmen. Einige Mitglieder dieser Gruppe haben auch Szenen für das Stück geschrieben, die in das Musical integriert wurden.

Somit erwartet den Zuschauer an den beiden Aufführungsabenden ein gleichermaßen unterhaltsames wie nachdenklich stimmendes Musical. Für afrikanische Köstlichkeiten und Getränke ist während der Pause gesorgt. Der Eintritt ist frei.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren