„Ich spreche exakt so wie Herzogin Kate“, ruft David Fermer zu Beginn der Lesung in perfektem britischen Englisch in die Runde und der erste Lacher ist ihm sicher. Fermer ist „Schreiber“, wie er seinen Beruf selbst bezeichnet. Egal, ob für Zeitungen, Fernsehsender oder Verlage – der Engländer wendet sich in seinen Projekten an Kinder und Jugendliche. Zum Welttag des Buches hielt Fermer eine zweisprachige Lesung in der Stadtbücherei Kitzingen.

Es ist elf Uhr. Die erste halbe Stunde hat Fermer durchgängig auf Englisch gesprochen, als er sich an das Publikum richtet. „Do you understand me?“, fragt er die Schüler plötzlich. Als aus der hinteren Reihe ein „Ja“ zu hören ist, wechselt der Engländer die Sprache. „Dann kann ich ja auch auf Deutsch weitersprechen“, sagt er grinsend zu den verdutzten Schülern und erzählt dann fast akzentfrei die Geschichte dazu.

„Die besten Kritiker sind die eigenen Leser.“
David Fermer Schriftsteller

Erst mit 22 Jahren hat Fermer, der 1973 in der Schweiz geboren wurde, angefangen, deutsch zu lernen. Damals studierte er an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Mittlerweile ist Deutsch für ihn zu einer zweiten Muttersprache geworden. Als der Autor die Mittelschüler nach ihren Sprachkenntnissen fragt, gehen viele Hände nach oben. Einige Jugendliche berichten, dass sie mit ihren Verwandten russisch, türkisch, persisch, italienisch oder auch französisch sprechen.

Das imponiert Fermer, der bei seiner „interaktiven Lesung“ die Schüler immer wieder direkt anspricht und sie zum Vorlesen nach vorne holt. Für das erste Kapitel seines neusten zweisprachigen Buches „Surf 4ever“, in dem es um einen Sommertrip von Jugendlichen geht, holt er Benjamin, Simon und Efekan zu sich. In verteilten Rollen lesen sie das erste Kapitel auf Deutsch vor, danach wird auf Englisch diskutiert.

David Fermer gelingt es durch seine jugendliche Art die Schüler zum Lesen zu motivieren und ganz nebenbei noch ihre Erdkunde- und Englischkenntnisse mit Frage- und Vokabelrunden zu erweitern.

„Die besten Kritiker sind die eigenen Leser“, ist Fermer überzeugt. Mit einem angepassten Englischniveau und auflockernden Übungen möchte er den Jugendlichen seine zweisprachigen Bücher auf Lesereisen näher bringen. Die jungen Kritiker in der Stadtbücherei in Kitzingen hat der Autor aus London am Mittwoch damit schon überzeugt.

Welttag des Buches

Termin: Der Welttag des Buches findet alljährlich am 23. April statt. Die Stadtbücherei Kitzingen veranstaltet dazu unterschiedliche Vorleseaktionen und Workshops für Schulen und Kindergärten. Bis zum 15. Mai ist zusätzlich noch eine Ausstellung zum Thema „Mensch + Pferd = Hund“ in der Stadtbücherei zu sehen. Die Fotografien des Buchautors Roman Triebelhorn reflektieren die unterschiedlichen Facetten des alltäglichen Lebens in Russland.