Kitzingen

Welchen Oberbürgermeister wünschen sich die Kitzinger?

Ein Umfrage zur OB-Wahl im März 2020 läuft derzeit in der Stadt Kitzingen. Die Bürger dürfen ihren Favoriten nennen und Wünsche für die künftige Stadtpolitik formulieren.
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Eine Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl 2020 in Kitzingen finden die Kitzinger Haushalte zurzeit in ihren Briefkästen. Foto: Andreas Brachs

Post zur Kommunalwahl am 15. März 2020 erhalten zurzeit alle Kitzinger Haushalte, die einer Zusendung von Werbung nicht ausdrücklich widersprochen haben. Dabei handelt es sich weder um Wahlwerbung einer Partei noch eines Oberbürgermeister-Kandidaten. Allerdings geht es sehr wohl um die OB-Wahl.

Das Bamberger Umfrage- und Beratungsunternehmen vermil:a GbR will am Beispiel der Großen Kreisstadt beispielhaft eine Umfrage zur Kommunalwahl durchexerzieren. Das Büro besteht aus drei Politikwissenschaftlern, die jahrelang in Würzburg studiert und anschließend dort gearbeitet haben, bevor sie sich mit ihrem Betrieb in Bamberg selbstständig gemacht haben. Simon Dickopf, einer der drei Verantwortlichen, erklärt Sinn und Zweck der Umfrage.

Wissenschaftler haben Kitzingen ausgesucht

Das Unternehmen hat die Umfrage aus eigenem Antrieb gestartet. Weder gibt es einen Auftrag- noch einen Geldgeber. Auch die Stadt ist nicht daran beteiligt. Die Politikwissenschaftler haben sich Kitzingen als Studienobjekt ausgesucht, "weil die Stadt groß genug ist, dass es interessant ist, aber auch klein genug, um das Material zu bewältigen", wie Dickopf erklärt. Außerdem sei die Stadt deshalb besonders interessant, weil Amtsinhaber Siegfried Müller nicht noch einmal antritt und deshalb sicher ein Wechsel bevorsteht.

Ausgangspunkt für das Projekt war die Erfahrung der Wissenschaftler, dass Diskussionen, gerade auch im politischen Bereich, oft mit zu wenig Faktenwissen geführt würden. Deshalb verfolgen sie aus einem "idealistischen Antrieb" heraus dieses Vorhaben, das einerseits Fakten, Stimmungen und Tendenzen abfragen, andererseits den Bürgern über die Veröffentlichung der Ergebnisse Informationen zur Verfügung stellen soll. Gleichwohl gibt Dickopf zu, dass sein Unternehmen hofft, in Zukunft auch Geldgeber für solche Projekte zu finden und bekannt zu werden.

Um was geht es inhaltlich? Die Studie stellt die vier bis heute absehbaren OB-Kandidaten in den Mittelpunkt: Stefan Güntner (CSU) , Manfred Paul (SPD) , Uwe Pfeiffle (FW-FBW) und Bianca Tröge (ÖDP). Die Teilnehmer der Umfrage werden gebeten, ihre Präferenzen für diese tatsächlichen und potenziellen Kandidaten zu benennen. Zugleich dürfen die Bürger angeben, was sie idealerweise von einem Oberbürgermeister erwarten. In welchem Ausmaß soll er kompetent, sympathisch, überparteilich, bürgernah, glaubwürdig und führungsstark sein? 

Themen von Bahnhof bis Wohnraum

Themen, die die Stadt bewegen, hat das vermil:a-Team ebenfalls recherchiert und fragt nun, wie wichtig sie den Kitzingern jeweils sind. Dabei geht es unter anderem um den Bahnhof und den Busbahnhof, um das Notwohngebiet, neuen Wohnraum, eine barrierefreie Altstadt, Angebote für junge Leute, eine städtische Veranstaltungshalle, Leerstände in der Innenstadt, Park- und ÖPNV-Angebote. Das Unternehmen hat 9017 Flugblätter an die Kitzinger Haushalte verschickt und hofft auf eine rege Beteiligung an der Umfrage, die man im Internet aufrufen muss: www.vermilia.de/kitzingen2020  

Mit der Beteiligung ist Dickopf kurz nach dem Start zufrieden. Er hofft auf rund 300 Teilnehmer. Dann sei die Umfrage zwar immer noch nicht repräsentativ, aber doch aussagekräftig. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, sobald alle Antworten ausgewertet sind. Im Herbst will vermil:a dann eine zweite Umfragerunde starten. Dafür bittet das Unternehmen potenzielle Teilnehmer um ihre E-Mail-Adressen, um sie gezielt anschreiben zu können. Bis dahin, so wird erwartet, wird sich das Kandidatenfeld für die OB-Wahl noch erweitern.

Wer wird OB?

Die erhobenen Daten und Antworten werden, so versichert Dickopf, nur für die Umfrage genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Antworten werden anonymisiert gespeichert und verarbeitet. Sie werden spätestens im Februar 2020 gelöscht. Nun bleibt abzuwarten, welche Themen die Kitzinger für wichtig erachten und was sie sich von ihrem künftigen OB wünschen. Und vor allem: wen.

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