Es stehen noch etliche Räume leer im Ärztehaus, das seit vergangenem Sommer im Wiesentheider Gewerbegebiet geöffnet hat. Im Gemeinderat wurde über die schwer realisierbare Ansiedlung von Fachärzten debattiert. „Wir sind bemüht, ein leistungsfähiges Facharzt-Zentrum aufzubauen. Das ist aber nicht ganz ohne“, beschrieb Bürgermeister Werner Knaier die Situation.

Drei Allgemeinärzte sowie einmal die Woche ein Hautarzt halten in dem Gebäude derzeit ihre Sprechstunden. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung hieß es, im Landkreis seien momentan eineinhalb Plätze für Augenärzte und eine halbe Stelle für einen Kinderarzt offen. Für Internisten, Kardiologen, Frauenärzte, Orthopäden oder andere sind derzeit keine Arztsitze zu haben, hieß es.

Allgemeinarzt Georg Stürmer, der im Ärztehaus praktiziert, erläuterte die Situation, sprach von deutlicher Benachteiligung des ländlichen Raums. „Wir bräuchten einen Kardiologen oder einen Gastroenterologen, aber den kriegen wir nicht“, sagte der Mediziner. Ein halber Arztsitz sei für Bewerber finanziell unattraktiv. Ideal wäre eine Augenarzt-Praxis plus Optiker im Ärztehaus. „Ansonsten sehe ich zurzeit keine Möglichkeiten“, stellte der Fachmann die etwas ernüchternde Diagnose.