MARKTBREIT

Weit über 6000 Euro dank Familie Mark

Der Schlafsack liegt neben dem kleinen Perlenengel. Der handgestrickte Teddy ruht auf den Walkingstöcken. Ein Taschenrechner, ein weihnachtlicher Türkranz, selbst gestrickte Socken. Hildegard Mark hat sie akkurat angerichtet, die Preise für die Tombola beim Marktbreiter Weihnachtsmarkt – oder besser: einen klitzekleinen Teil davon. Über 1200 Gewinne werden sie und ihre Mitstreiter der Marktbreiter Kolpingsfamilie wieder unter die Leute bringen. Es ist das letzte Mal, dass die engagierte Frau und ihr Mann Gerhard die Aktion organisiert: „Heuer noch, dann hören wir auf.“
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Nur ein Teil der fleißigen Helfer: Gerhard Mark, Karin Bradenstein, Hedi Beck, Alfons Beck und Organisatorin Hildegard Mark mit einem klitzekleinen Ausschnitt der weit über 1000 Gewinne. Foto: Fotos: Daniela Röllinger
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Der Schlafsack liegt neben dem kleinen Perlenengel. Der handgestrickte Teddy ruht auf den Walkingstöcken. Ein Taschenrechner, ein weihnachtlicher Türkranz, selbst gestrickte Socken. Hildegard Mark hat sie akkurat angerichtet, die Preise für die Tombola beim Marktbreiter Weihnachtsmarkt – oder besser: einen klitzekleinen Teil davon. Über 1200 Gewinne werden sie und ihre Mitstreiter der Marktbreiter Kolpingsfamilie wieder unter die Leute bringen. Es ist das letzte Mal, dass die engagierte Frau und ihr Mann Gerhard die Aktion organisiert: „Heuer noch, dann hören wir auf.“

Zum fünften Mal gibt es am 13. und 14. Dezember bei der Marktbreiter Schlossweihnacht die Tombola-Aktion der örtlichen Kolpingsfamilie. Jedes Jahr hat Hildegard Mark mit ihren Mitstreitern weit über 1000 Preise zusammengetragen, gebastelt, gestrickt und sie zu Gunsten der Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks verkauft. Ein Los kostet einen Euro, jedes Los ist ein Gewinn: Mit dieser Marschroute schafften Hildegard und Gerhard Mark nicht nur viel Gutes, sondern auch einen wichtigen Anziehungspunkt bei der Schlossweihnacht, denn jeder einzelne Preis ist mehr als einen Euro wert, oft sogar sehr viel mehr. So kann man mit etwas Glück beispielsweise ein Wok-Set, Rucksäcke oder gar ein Koffer-Set mit nach Hause nehmen.

6100 Euro hat Hildegard Mark in den vergangenen vier Jahren über die Tombola schon für die Aktion Sternstunden zusammenbekommen. „Das ganze Geld wird überwiesen“, sagt sie, keiner der beteiligten Helfer mache Unkosten geltend. Dabei ist der Aufwand groß. Viele Firmen steuern alljährlich Preise bei, viele fleißige Helfer basteln, stricken, häkeln und nähen das ganze Jahr über. Gerhard Mark und Alfons Beck werfen sich bei der Schlossweihnacht Nikolauskostüme über und beschenken, begleitet von zwei Engeln, die Kinder mit Süßigkeiten. Mitglieder der Kolpingfamilie stehen für den Verkauf der Lose bereit.

Unterstützt werden sie dabei seit Jahren von Politikern der Region: Volkmar Halbleib ist dieses Mal wieder dabei, Günther Felbinger, Otto Hünnerkopf, eventuell die Landrätin. Wer selbst keine Zeit hat, steuert mindestens Preise bei, so wie Anja Weisgerber zum Beispiel. Welcher Partei ihre politischen Helfer angehören, ist Hildegard Mark relativ egal, auch wenn sie ihre Aussage gleich einschränkt: „Braune und Linke würde ich nicht nehmen.“ Die Politiker, die mithelfen, dürfen Werbematerial am Stand der Kolpingsfamilie bereitlegen. Während die Losverkäufer in den Straßen unterwegs sind, können die Preise wie im vergangenen Jahr im Textilhaus Söder abgeholt werden.

Bis es soweit ist, hat Hildegard Mark noch viel zu tun. Sie strickt nicht nur das ganze Jahr über jeden Abend für die Tombola. Socken zum Beispiel. Zwei Abende, dann ist ein Paar fertig. Knapp 30 Paar hat sie schon in Kisten verpackt. An der 69-Jährigen hängt auch die ganze Organisation. Vom Schreiben der „Bettelbriefe“ an die Firmen über das Sortieren und Registrieren der Preise bis zum Schreiben und Rollen jedes einzelnen Loses. Sorgfältig wird jeder Preis mit einer Nummer vermerkt. Nicht nur, damit alles nachvollzogen werden kann. Es erleichtert auch die Ausgabe der Preise. Finden Karin Bradenstein und Hedi Beck, die unter anderem dafür zuständig sind, einen bestimmten Preis nicht gleich, hilft ein schneller Blick auf die Listen von Hildegard Mark.

Der Ordner, in dem die Marktbreiterin all ihre Unterlagen sammelt, ist so dick, dass er sich kaum noch schließen lässt. Viele Blätter sind mit den Jahren zusammengekommen. Ist der Erlös der Marktbreiter Schlossweihnacht 2014 überwiesen, wird sie die Ordner endgültig schließen. „Nächstes Jahr sind wir über 70 Jahre alt“, sagt sie. „Das reicht dann.“ Also Schluss mit der Wohltätigkeit? Haben die Marks im nächsten Jahr dann gar nichts mehr zu tun? Wer das Ehepaar kennt, weiß, dass dies ganz bestimmt nicht der Fall sein wird. Und deshalb überrascht die Antwort auf die Frage nicht, die Gerhard Mark mit einem kleinen Lächeln gibt: „Wir haben ja noch die Rumänienhilfe und da geht es auf jeden Fall weiter.“

Schlossweihnacht

Die Marktbreiter Schlossweihnacht findet am 13. und 14. Dezember, statt, am Samstag von 15 bis 21 Uhr und am Sonntag von 13 bis 19 Uhr. Es gibt einen vorweihnachtlichen Markt im Rathaus und im Schloss sowie vor den Gebäuden und entlang der Marktstraße.

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