Volkach

Weinhotel Römmert: Regierung bemängelt Baufehler

Der Keller ist zum Teil ein Schwarzbau und es fehlen Stellplätze beim Weinhotel Römmert in Volkach. Die Nachbarn sehen ihre Kritik bestätigt – und wehren sich weiter.
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Der Bau des Weinhotels Römmert ist Ende April schon weit fortgeschritten: Der Rohbau ist teilweise schon mit Holz verkleidet, die Fenster eingebaut. Foto: Barbara Herrmann
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Der Bau des Weinhotels Römmert östlich von Volkach mitten in den Weinbergen geht zügig voran – daran ändert auch die Kritik der Regierung von Unterfranken nichts. Sie hat auf eine Aufsichtsbeschwerde gegen den großen Neubau mit 104 Zimmern geantwortet und vor allem drei Punkte bemängelt: den nicht genehmigten Bau von 750 Quadratmetern Kellerfläche , den ungelösten Abfluss des Niederschlagswassers und ein Defizit an Stellplätzen. Die Regierung schreibt, dass das Landratsamt einen geänderten Bauantrag für den vergrößerten Keller hätte verlangen müssen. Das passierte nicht. Das Kitzinger Landratsamt kommt bei dieser Rüge insgesamt nicht besonders gut weg, von "Scheinverfahren" und einer "Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit" ist die Rede. 

Corinna Petzold, Pressesprecherin des Landratsamtes, erklärt dazu, dass der Bauherr eine Tektur für die Nutzung des (zusätzlich geschaffenen) Kellergeschosses beantragt habe. "Den Antrag müssen wir prüfen und dabei berücksichtigen wir auch die Punkte, die die Regierung ansonsten noch angesprochen hat (Niederschlagswasser, Stellplätze)." Diese Punkte müssten geklärt werden und könnten dann im Genehmigungsverfahren mit abgearbeitet werden, schreibt Petzold.

Anwohner befürchten Parkchaos bei Veranstaltungen

Neben der Aufsichtsbeschwerde hat sich die Interessengemeinschaft (IG) Erlachhof, bestehend aus den Anwohnern Manfred Fleischmann, Thomas Jäcklein und Winfried Langer, am 25. April in einem offenen Brief an die Stadt Volkach gewandt. Darin beklagt das Trio "gravierende Rechtsverstöße" der Stadt, vor allem im Hinblick auf die Entwässerung und die fehlenden Parkplätze. Die IG Erlachhof befürchtet ein "Parkchaos bei größeren Veranstaltungen" und geht von einem Defizit von 68 Stellplätzen aus. Das könne dazu führen, dass gesperrte Wirtschaftswege und Privatgrund zugeparkt werden.

Ohnehin sei, heißt es in dem Brief, "die Erschließung auch straßenrechtlich nicht gesichert", da die Zufahrt zu den Stellplätzen und die für die Feuerwehr über einen Flurbereinigungsweg verlaufe. "Die Freigabe des Weinbergsweges zum Hotelparkplatz ist rechtswidrig." Die drei Nachbarn haben Angst vor einer "Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen" und nennen den Bau vor ihrer Nase ein "monströses Spekulationsobjekt".

"Man hat von Seiten des Landratsamtes alle Augen zugedrückt. Ich vermute sogar, man war bewusst blind."
Wolfgang Baumann, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Wolfgang Baumann vertritt die IG, am 28. Mai ist die Hauptverhandlung vor dem Verwaltungsgericht Würzburg. Der Spezialist für Verwaltungsrecht sagt bei einem Termin vor Ort am Freitag: "Man hat von Seiten des Landratsamtes alle Augen zugedrückt. Ich vermute sogar, man war bewusst blind." In seinen Augen war das gesamte Hotel von Anfang an nicht genehmigungsfähig und hinzu komme noch der Schwarzbau von 750 Quadratmetern Untergeschoss .

Tatsache ist, dass die Kläger in den Eilverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht Würzburg und dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verloren haben. Der Eilantrag war im Juni 2018 wegen Fristüberschreitung abgelehnt worden. Einen zwischenzeitlichen Baustopp hob das Landratsamt wieder auf.

Eröffnung im Herbst?

Auf der Homepage des Weingutes Römmert wirbt die Pelaba Investmentgruppe unterdessen für den Kauf von Hotel-Apartments als "gehaltvolle Immobilien-Investition". Und der Betreiber "Sonnenhotels" preist auf seiner Internetseite das Weinhotel Römmert bereits als "außergewöhnliches Urlaubsdomizil" an und verspricht die Eröffnung für Herbst 2019.

Corinna Petzold verweist darauf, dass die Regierung bei aller Kritik auch geschrieben habe, "dass das Landratsamt das Vertrauen des Bauherrn in die Baugenehmigung berücksichtigen muss". Damit nicht vereinbar wäre eine komplette Baueinstellung. 

Winfried Langer hofft für die Hauptverhandlung in einem Monat vor allem darauf, "sich persönlich äußern zu können und die Lage zu erklären". Seine Mitstreiter und er verstehen nicht, warum sie als Betroffene nicht von Anfang an in die Planung des Großprojekts einbezogen wurden: "Man hat uns an der Nase herumgeführt, ganz klar."

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