Der Protest der Anwohnerinitiative, die in Volkach für den Erhalt des Spielplatzes Am Sambühl kämpft, wird immer lauter. Gut 80 Erwachsene und 25 Kinder kamen am Samstagnachmittag zu einer Diskussionsrunde mit Bürgermeistern und Stadträten auf dem Spielgelände im Kirchberggebiet.

Zunächst sachlich, später emotional trugen sie ihre Argumente vor und demonstrierten so gegen die Schließung des Spielplatzes, die der Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Volkach als Einsparmaßnahme vorgeschlagen hatte.

In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Stadtrat jüngst laut über den Verkauf des Spielplatzes an Privat zum Zwecke der Schaffung zweier Baugrundstücke nachgedacht und damit den Zorn der Kirchbergbewohner auf sich gezogen.

„Auf der Fahrer Straße wird zu schnell gefahren.“
Franz Thomas Rossmann kritisiert Spielplatz-Alternativ-Standort

„270 Wahlberechtigte haben bereits unterschrieben“, sagte Anwohner Karl-Heinz Döhler, der die Unterschriftenaktion pro Spielplatzerhalt ins Rollen gebracht hatte. Die Kinder schien das kontroverse Geschehen bei Kaffee und Kuchen wenig zu interessieren. Die milden Temperaturen reizten schon eher zum Spielen auf der grünen eingezäunten Wiese.

Karl-Heinz Döhler kritisierte das Prozedere der Stadt, die in jüngster Vergangenheit bereits zwei Spielplätzen den Garaus gemacht habe um Bauflächen zu schaffen. Franz Thomas Rossmann wandte sich an Bürgermeister Peter Kornell, seine Stellvertreter sowie mehrere Stadträte, die alle zu dem Treffen gekommen waren: „Sie sollten ein Herz für unsere Kinder haben.“ Seine Forderung: „Der Stadtrat soll die Interessen junger Familien und ihrer Kindern vertreten.“ Der von der Stadt vorgeschlagene Alternativstandort an der Fahrer Straße sei ungeeignet, da er unmittelbar neben einer Straße liege, „auf der viel zu schnell gefahren wird“. Rossmann bekam Unterstützung von einer Anwohnerin: „Der Spielplatz am Sambühl ist ideal.“ Das Gelände an der Fahrer Straße sei nicht eingezäunt, von Hunden bevölkert, schattenlos und von alkoholisierten Jugendlichen frequentiert.

„Wir wollen die Baugrundstücke nicht als Spekulationsobjekte verkaufen.“
Peter Kornell, Bürgermeister

Bürgermeister Kornell stellte klar, dass der Stadtrat noch nicht endgültig entschieden habe. Bereits vor drei Jahren habe der Rechnungsprüfungsausschuss den Vorschlag gemacht, den Spielplatz zu schließen. „Diesen Vorschlag habe ich nicht mit besonderer Vehemenz vorangetrieben“, so Kornell. Die erneute Mahnung des Ausschusses tätig zu werden, um bei der klammen Finanzsituation Volkachs den Haushalt zu konsolidieren, könnten Bürgermeister und Stadtrat aber nicht weiter übergehen. Deshalb habe man darüber nachgedacht, die 1500 Quadratmeter große Spielplatzfläche zu zwei Dritteln bebauen zu lassen. 500 Quadratmeter würden als Grünfläche verbleiben, allerdings nicht mehr eingezäunt. Für die Haushaltskonsolidierung sind laut Kornell nicht die Einnahmen aus dem Verkauf des Baulands von größter Bedeutung, sondern die Einsparungen bei den Betriebskosten des Spielplatzes. Einstimmig sei er vom Stadtrat beauftragt worden, eine Bebauungsplanänderung zu prüfen und den „Weg dorthin zu beschreiben“. Dass das nicht einfach werden würde, sei ihm von Anfang an klar gewesen.

Demnächst soll im Stadtrat in öffentlicher Sitzung ein Beschluss gefasst werden, ob der Bebauungsplan geändert wird. Kornell ließ durchblicken, dass nicht mehr alle Ratsmitglieder hinter einer Spielplatzschließung stehen. „Wenn es eine Mehrheit für die Änderung des Bebauungsplanes gibt, dann werden wir das auf den Weg bringen“, erklärte das Stadtoberhaupt und zeigte aber auch Verständnis für die Anlieger: „Es ist ganz legitim, dieses Vorhaben zu bekämpfen.“ Gleichsam hoffe er auf Verständnis in Anbetracht der städtischen Finanzen, „weil das Geld halt nicht auf den Bäumen wächst“. Sollte es im Stadtrat eine Mehrheit für die Schließung des Spielplatzes geben, rechnet Kornell mit der Räumung der Spielgeräte und dem Abbau des Zauns im Herbst. Die Käufer des Baulands, das öffentlich ausgeschrieben und meistbietend verkauft werden soll, würden verpflichtet innerhalb von drei Jahren ihre Wohngebäude zu errichten. „Wir wollen die Baugrundstücke nicht als Spekulationsobjekte verkaufen“, so Kornell.

Die Ausführungen des Bürgermeisters stießen auf wenig Gegenliebe in der Diskussionsrunde. Die Entscheidung des Stadtrats darf mit Spannung erwartet werden.