KITZINGEN

Weihnachtszauber: Wo Santa Claus im Garten schläft

Stars and Stripes in Kitzingen: Hilde und Harold Workman sind ein deutsch-amerikanisches Paar. Ihrer Liebe zur USA verleihen sie besonders an Weihnachten Ausdruck.
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Hildegard und Harold Workman unter dem bunt beleuchteten Pavillon im Garten. Foto: Foto: Martin Nefzger
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Im ersten Moment kann der Besucher all die Reize, die im Wohnzimmer von Hilde und Harold Workman auf ihn einströmen, nicht verarbeiten. Dort stehen mehrere, über einen Meter große Rauschgoldengel, große Plüschbären und eine Mickey-Mouse-Figur im Weihnachtsmann-Kostüm. Außerdem mehrere Weihnachtssterne ein großer Teller mit Plätzchen und ein weißer, mit glitzernden Kugeln geschmückter Weihnachtsbaum. Alles glänzt und blinkt.

Amerikanische Weihnachtsdeko – das ist die Leidenschaft des deutsch-amerikanischen Paars. Kennengelernt haben sich die beiden dekoverrückten Kitzinger 1982. Harold, heute Rentner, war damals als Soldat in der Stadt stationiert und auf der Suche nach einem Auto. Hilde wollte ihres zur selben Zeit verkaufen – und traf auf den Amerikaner. „Ab dem Tag haben wir uns jeden Tag getroffen“, erzählt sie.

Vom Soldaten zum Zivilangestellten

Harold, der bereits von 1967 bis 1970 als Soldat in Kitzingen war, verließ die Army einige Jahre später, nachdem er Hilde kennengelernt hatte. Doch er blieb als Zivilangestellter beim US-Militär – und bei seiner Frau in Deutschland. „Ich gehe immer noch gerne nach Amerika“, sagt er mit starkem englischen Akzent. „Aber ich bin so lange in Deutschland, dass ich die USA kaum vermisse.“

„Ich bin so lange in Deutschland, dass ich die USA kaum vermisse.“
Harold Workman

Dennoch können Harold und Hilde ihr Begeisterung für die USA nicht leugnen: Mindestens einmal im Jahr reisen die beiden in Harolds Heimatland. „Außer Alaska haben wir dort mittlerweile alle Bundesstaaten besucht“, sagt Hilde. Unterwegs seien sie in den Vereinigten Staaten meist auf Landstraßen statt auf Highways; so würden sie Land und Leuten näher kommen.

Ein Stück Amerika in Kitzingen

Mit typisch amerikanischer Weihnachtsdeko hat sich das Paar schließlich ein Stück USA in seine Kitzinger Heimat geholt. Lange Jahre haben Harold und Hilde ihr Haus und ihren Garten jeden Winter mit unzähligen Lichterketten und Figuren dekoriert, dann folgte eine längere Pause – es war einfach zu viel Arbeit. Im vergangenen Jahr haben die beiden die Deko dann wieder aus dem Keller geholt.

Und auch in diesem Jahr leuchtet es bei den Workmans in allen Farben des Regenbogens. Im Garten schläft, in einem Bett unter einem beleuchteten Pavillon, ein lebensgroßer Weihnachtsmann – und schnarcht laut vor sich hin. Daneben steht Mrs. Claus und versucht ihren Gatten zu wecken, damit er endlich die Geschenke verteilt. Um die beiden herum stehen dutzende Figuren: kleine Elfen, Eisbären, Pinguine und Rentiere. Am kleinen Gartenteich stehen leuchtende Engel, auf der Hecke ist Santa Claus in seinem Schlitten zu sehen.

Weihnachtsmusik im Garten

Doch damit nicht genug: Neben dem Hauseingang steht ein CD-Spieler, der den Garten mit weihnachtlicher Musik beschallt. „Die Lichter und die Musik machen wir immer von 17 bis 20 Uhr an“, sagt Hilde. „Damit wir die Nachbarn nicht stören.“ In dieser Zeit freut sich das Paar auch immer über Besuch – das Gartentor steht noch bis 6. Januar für alle offen. Wer sich das Weihnachtsland ansehen möchte wird von Harold mit Glühwein und Kinderpunsch versorgt. „Das hier ist sicher nicht jedermanns Sache“, sagt Hilde. „Aber mir gefällt's.“

Serie: Stars and Stripes in Kitzingen (Teil 2)

Auf den Spuren der Amerikaner im Landkreis: Wir stellen Personen vor, deren Leben durch die US-Truppen geprägt wurde. Nächstes Mal: George Irvin - der Amerikaner, der Kitzingen liebt.

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