KITZINGEN

Weg mit den Schulden

„Weg mit den Schulden!“ lautet der Titel der Aktionswoche „Schuldnerberatung“ vom 4. bis 8. Juni.
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„Weg mit den Schulden!“ lautet der Titel der Aktionswoche „Schuldnerberatung“ vom 4. bis 8. Juni. Die Überschrift kann man durchaus mehrdeutig verstehen. Zum einen, dass die Schulden „weg sollen“ und zum anderen, dass die Schuldnerin oder der Schuldner einen Weg in die Schuldenfreiheit sucht.

„Damit Menschen aus den Schulden herauskommen, ist ein Bündel an Maßnahmen notwendig“, weiß Elisabeth Schmitt von der Schuldner- und Insolvenzberatung am Landratsamt Kitzingen.

Laut Schuldneratlas Deutschland 2017 der Creditreform liegt die Überschuldungsquote in Deutschland bei 10,04 Prozent, das heißt, dass 6,9 Millionen Menschen über 18 Jahre überschuldet sind oder nachhaltige Zahlungsprobleme haben. Die Schuldnerquote für Kitzingen liegt bei 6,73 Prozent. Wie Elisabeth Schmitt erklärt, betreffen diese Probleme Menschen unabhängig vom Einkommen und ziehen sich durch alle Gesellschaftskreise. „Die Klientel, die zur Beratung kommt, reicht vom Hartz IV-Empfänger über die Rentnerin bis zum Angestellten“, berichtet die Schuldnerberaterin aus ihrer Arbeit. Hinzu komme eine wachsende Anzahl von Überschuldungsgefährdeten.

Wie Schmitt weiß, sind die Probleme und Fragen der ver- und überschuldeten Menschen vielschichtig: Sie haben neben den finanziellen Schwierigkeiten oft auch soziale Probleme. Von der Vermittlung zwischen Gläubigern und Schuldnern profitieren auch die Gläubiger. Außerdem haben überschuldete Menschen, die ihre sozialen und wirtschaftlichen Probleme im Griff haben, verbesserte Berufsaussichten.

„Wir begleiten, stabilisieren und unterstützen“, erklärt Schmitt. Sie versucht gemeinsam mit den Betroffenen Wege aus und mit den Schulden aufzuzeigen, damit die Menschen wieder Perspektiven sehen und das Heft des Handelns in wirtschaftlichen Dingen wieder in die Hand bekommen: Im Rahmen der Budgetberatung werden die monatlichen Einnahmen und Ausgaben der Ratsuchenden erhoben und einander gegenübergestellt.

Es werden gemeinsam Maßnahmen zur Minderung der Ausgaben und Erhöhung der Einnahmen besprochen. Die Schuldnerberatung informiert zum Pfändungsschutzkonto. Die Schuldnerberatung erklärt, was vom monatlichen Einkommen gepfändet werden darf und was passiert wenn der Gerichtsvollzieher sich angekündigt hat. Nach einer Sichtung und Überprüfung der bestehenden Forderungen werden Pläne zur Regulierung der Schulden entwickelt und ggf. auch über das Verbraucherinsolvenzverfahren informiert.

Unabhängige, kostenfreie und persönliche Beratung und Unterstützung erhalten Betroffene bei der Schuldner- und Insolvenzberatung am Landratsamt Kitzingen.

Kontakt: Tel. (0 93 21) 928-52 15; E-Mail: schuldnerberatung@kitzingen.de

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