Sulzfeld

Wasserversorgung: Gemeinderat erkundet Unterwasserwelt

Sulzfeld spielt beim Thema Wasser in der Region Kitzingen eine wichtige Rolle, betreibt doch die Fernwasserversorgung Franken (FWF) in Sulzfeld ein Wasserwerk und sechs Brunnenanlagen zur Trinkwassergewinnung. Anlässlich eines laufenden Wasserrechtsverfahrens lud die FWF das Sulzfelder Ratsgremium zu einem Besichtigungsrundgang durch das Wasserwerk und Brunnenanlagen ein.
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Ein spektakulärer Blick vom Brunnenkopf in einen Sulzfelder Vertikalbrunnen der Fernwasserversorgung Franken. Foto: Hartmut Hess
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Sulzfeld spielt beim Thema Wasser in der Region Kitzingen eine wichtige Rolle, betreibt doch die Fernwasserversorgung Franken (FWF) in Sulzfeld ein Wasserwerk und sechs Brunnenanlagen zur Trinkwassergewinnung. Anlässlich eines laufenden Wasserrechtsverfahrens lud die FWF das Sulzfelder Ratsgremium zu einem Besichtigungsrundgang durch das Wasserwerk und Brunnenanlagen ein.

Sulzfeld spielt deshalb eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung, weil dort im Maintal in größeren Tiefen mehrere geologische Gesteinsschichten und Wasserflüsse aus einem Umkreis von 100 Kilometern zueinander laufen. Der Geologe Jörg Habermann und seine Kollegin Tusnelda Konrad führten die Ratsmitglieder in eine der vertikalen Brunnenbauwerke.

Wasser muss enthärtet werden

Die FWF betreibt eine Brunnenanlage in Marktsteft und gleich sechs auf Sulzfelder Gemarkung in Mainnähe. Wie Tusnelda Konrad ausführte, gewinnt die FWF hier Trinkwasser aus zwei Horizontalbrunnen und aus vier Vertikalbrunnen, wobei die Horizontalbrunnen am ergiebigsten seien.

Das Wasser werde in bis zu 30 Metern Tiefe gewonnen und müsse danach enthärtet werden, weil mit bis zu 35 Härtegraden die Region Kitzingen zu den Regionen mit den höchsten Härtegraden in Deutschland zählen. Die tiefen Brunnen machen 80 Prozent der Wassergewinnung in Sulzfeld aus, das sogenannte Uferfiltrat aus oberen Bodenregionen habe einen Anteil von 20 Prozent.

Auf Nachfrage erklärte Tusnelda Konrad, dass die Nitratbelastung stetig rückläufig sei, nachdem die FWF Vereinbarungen mit Landwirten getroffen habe. Nach den Trockenjahren 2018 und 2019 gebe es einen höheren Wasserbedarf, weil die Grundwasserneubildung nicht mehr ausreichend ist, informierte sie weiter.

Wasserverlust von 20 Prozent

Schon seit geraumer Zeit bekommt die FWF für das regenarme Unterfranken zusätzlich Wasser aus dem regenreicheren Oberbayern, vom Lech, dazu. Noch höhere Mengen an Lech-Wasser seien betriebswirtschaftlich aber nicht sinnvoll. "Und obendrein verpflichtet der Gesetzgeber die Wasserversorger, bevorzugt die regionale Wassergewinnung umzusetzen", sagte Jörg Habermann.

Die FWF hatte mehrere Pumpversuche mit Hochleitungsphasen gefahren, denn die wasserrechtliche Genehmigung muss neu erlangt werden. Laut Jörg Habermann peile die FWF im jetzt laufenden Verfahren eine Genehmigungsdauer von 30 Jahren an. Derzeit erstellt ein Fachbüro aus den Daten der Pumpversuche ein hydrogeologisches Gutachten, das das kardinale Element des wasserrechtlichen Genehmigungsverfahrens ist. Wie Konrad wissen ließ, hat die FWF vor, eine Aufbereitungsanlage zu bauen, in der das Wasser enthärtet und von Spurenstoffen befreit wird. "Wir bekommen dann eine noch bessere Trinkwasserqualität, aber die Anlage bringt einen Wasserverlust von 20 Prozent mit sich", erklärte die Expertin. Diese 20 Prozent des nicht verwertbaren Wassers werden dann dem Main zugeführt.

Die Gemeinde Sulzfeld ist eine von vielen Trägern öffentlicher Belange, die in dem wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren gehört werden. Der Informationsabend für den Gemeinderat bot Einblicke vor Ort, fachliche Expertise und Informationen aus erster Hand, was dazu beigetragen haben dürfte, den Sinn und Zweck des wasserrechtlichen Verfahrens nachvollziehen zu können.      

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