MAINSTOCKHEIM

Wasser des Lebens: Drei Stunden voller Fantasie

Voll besetzt ist die Sporthalle am Sonntagabend. Ein fünfköpfiges Streichensemble links, darüber der Jugendchor Young Harmony und eine in schwarz gekleidete Bühne empfangen das erwartungsvolle Publikum.
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Rhythmus im Blut: Die Nachwuchstalente führen in sommerlicher Kleidung ihren Schokotanz vor. Foto: Fotos: elisabeth versl-waag
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Voll besetzt ist die Sporthalle am Sonntagabend. Ein fünfköpfiges Streichensemble links, darüber der Jugendchor Young Harmony und eine in schwarz gekleidete Bühne empfangen das erwartungsvolle Publikum.

Nebelschwaden ziehen auf, die Bühne ist in gleißend-blaues Licht getaucht, als sich die zwei weiß gekleideten Gelehrten (Dennis Schmitt und Dustin Höntschke) zusammen mit dem Schwertmeister (Moritz Ungerer) gemessenen Schrittes nach vorne bewegen. Es gilt Abschied zu nehmen vom Königssohn Daron. Die Königin (Jessica Jacobi) und ihr Hofstaat senden Daron aus, das Wasser des Lebens zu finden. Widerwillig macht sich Daron (Joachim Brönner) mit seinem Gefährten (Christopher Tellinger) auf den Weg.

Chordirektor und Komponist Uwe Ungerer hat nicht nur sing- und spielfreudige Kinder und Jugendliche auf die Bühne gebracht, sondern auch den ganzen Ort miteinbezogen. Bewundernswert, mit welcher Begeisterung nicht nur die Akteure dabei sind, sondern auch die vielen Helfer vor und während der Veranstaltung.

Art Director Timo Weinkirn, seit 13 Jahren Sänger im Jugendchor Young Harmony, hat ein Bühnenkonzept entwickelt, das jedem Charakter und jeder Szene eine bestimmte Farbe zuordnet. So ist der wütende und aggressive Wurmdrache rot, die Ausgelassenheit der Schokoparty wird mit den Farben Gelb und Rosa dargestellt. Becher und Trinkhalme in der ersten Szene des farblosen Königreiches Miramar symbolisieren das Streben nach der lebensnotwendigen Flüssigkeit.

Mit viel Fantasie und einfachen Mitteln war es gelungen, Kostüme und Kulissen herzustellen. „Blitz und Donner“ begleiteten Daron auf seinem gefährlichen Weg über die morsche Brücke. Immer wieder gab es begeisterten Szenenapplaus zwischendurch.

Das neue Musical sei durchkomponiert wie eine Oper und ein paar Musikstücke seien hinzugekommen, erzählt Uwe Ungerer. Im Gegensatz zur ersten Fassung übernimmt nun jede Altersgruppe einen auf sie abgestimmten Part. Der Jugendchor begleitet die Sänger und Darsteller auf der Bühne in mehrstimmigen Arrangements. Und „durch den Einsatz von klassischen Streichinstrumenten wollte ich neue klangliche Akzente setzen“, erklärt Ungerer weiter.

Eine witzige Parodie auf die Medienkultur hat Regisseur Dominic Weinkirn mit den auf Großleinwand eingespielten Videos arrangiert. Vor allem für Insider sorgten die Interviews mit Lokalgrößen für Heiterkeit. Und das Wasser des Lebens – ist das nicht vielleicht der Wein aus besten Lagen Mainstockheims, um den es in Wirklichkeit geht?

Es ist ein Erlebnis, die Mitmachfreude der Jüngsten und das Engagement der Jugendlichen mit anspruchsvollen Lied- und Textpassagen in dem fast dreistündigen Werk zu beobachten.

Weitere Aufführungen des Musicals „Das Wasser des Lebens – reloaded“ sind am 29.10., am 1.11. und am 2.11., jeweils um 19.30 Uhr.

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