Die 16. und damit letzte Bürgerversammlung in seiner Großgemeinde in diesem Jahr führte Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel nach Wasserberndorf. Dort steht, wie in anderen Gemeindeteilen, demnächst eine umfangreiche Erneuerung der Wasserleitung an, wobei auch die Bürger wohl zur Kasse gebeten werden. Kosten von rund drei Millionen Euro schätzte Nickel für Wasserberndorf. Dort bestünden nicht nur, aber vor allem im Bereich südlich der Staatsstraße erhebliche Schäden am Leitungsnetz, die es zu beheben gilt.

Der Bürgermeister blickte voraus, dass der Gemeindeteil ab 2016 an der Reihe sein werde. Außerdem teilte er mit, dass die Genehmigung für die bisherige Trinkwasserquelle, die Wasserberndorf versorgt, in Kürze ausläuft. Sie muss wohl geschlossen werden. Die rund 25 Bürger, die zur Versammlung in die alte Schule gekommen waren, wussten bereits von den Problemen mit der Wasserversorgung.

Künftig wird der Ortsteil an der Grenze zum Landkreis Bamberg mit Trinkwasser aus Geiselwind versorgt, das mit Fernwasser gemischt wird. Dazu muss eine neue Leitung entstehen, die über das neue Gewerbegebiet Inno-Park verlaufen soll. An der Lohmühle wird eine Abzweigung in Richtung Hohnsberg geschaffen, wo noch größere Probleme mit dem Leitungsnetz, vor allem mit dem Druck, bestünden, so Nickel. Von der Lohmühle aus werde ein Überlaufpumpwerk erforderlich, um auch Sixtenberg mit anzuschließen.

Um den Ort weiter aufzuwerten, bestünden derzeit kaum Chancen für das rund 250 Einwohner zählende Dorf, in das Programm der Dorferneuerung zu kommen, so Nickel. Geiselwind habe einige Projekte in den Ortsteilen für die Förderung durch ein Programm zur Landesentwicklung angemeldet, unter anderem den Platz am Kriegerdenkmal in Wasserberndorf.

Fragen hatten die Bürger zum Freizeitsee, der vor den Toren des Dorfes liegt. Darin darf nach wie vor nicht gebadet werden, weil dieser als Biotop und Naturreservat gilt. Das Verbot gelte auch für Tiere, wie Pferde oder Hunde, so der Bürgermeister. Die Zufahrt für Autos zum Gelände sei ebenso verboten, auch für die Fischer, die sich um das Gewässer kümmern. Wie das Ortsoberhaupt ausführte, werde derzeit konkreter über den Bau eines Badesees zwischen Wasserberndorf und Heuchelheim nachgedacht.

Nachfragen gab es zudem zum Thema schnelleres Internet. Fünf bis sechs Megabit beträgt die derzeitige Leistung, wusste ein Bürger, das Netz falle jedoch öfters aus. Die Ausschreibung für den Ausbau des gesamten Gemeindegebiets laufe derzeit noch, im Haushalt hat die Kommune laut Nickel Geld dazu vorgesehen. Ob das auch Wasserberndorf beinhalte, das von der Vorwahl über Aschbach laufe, vermochte der Bürgermeister nicht zu beantworten.

Wann denn der Ausbau der Autobahn im Bereich Geiselwind erfolge, wollte die Versammlung außerdem wissen. Auch hier stünde laut Nickel noch kein exakter Termin fest. Weil derzeit die Lagerflächen für Erdaushub bei Gräfenneuses geschaffen werde, halte er den Zeitraum für absehbar. Grob geschätzt, rechne er, so Nickel, nicht vor 2018 mit dem Ausbau.