Willanzheim

Was Füße zu erzählen haben

Thomas J. Schneider hält derzeit an der Kitzinger Volkshochschule Vorträge über Fußreflexzonenmassage. Er ist außerdem Philosoph mit eigener Praxis in Willanzheim.
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Durch Berührungen werden die Reflexzonen an den Füßen stimuliert (Symboldbild). Foto: Christin Klose
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Thomas J. Schneider, ist Philosoph und Fachmann für Spiritualität mit eigener Praxis in Willanzheim. Seit den 90er Jahren beschäftigt er sich mit philosophischen und spirituellen Themen und hält Vorträge und Seminare. Außerdem veröffentlicht er Essays in Zeitschriften und Büchern. Er ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie Freiburg . Für die Kitzinger Volkshochschule hält er aktuell Vorträge über Fußreflexzonenmassagen und er leitet den Philosophen-Kreis im Kitzinger Stadtmuseum (nächster Termin: Donnerstag, 31. Januar, ab 18 Uhr im Foyer).

Frage: Unterschätzen wir unsere Füße?

Thomas Schneider: Ja. Unsere Füße tragen uns nicht nur durchs Leben. Sie erleben viel und haben uns auch viel zu erzählen.

Fußreflexzonenmassage - wie funktioniert es?

Schneider: Der Körper spiegelt sich auf unseren Füßen wider. Die Fußreflexzonenmassage ist eine ganzheitliche Therapieform. Durch bestimmte Druckpunkte auf der Fußsohle und auf dem Fuß, den Reflexzonen, kann eine positive Reaktion über die Nervenbahnen herbeigeführt werden. Die Reflexzonen sind bestimmten Bereichen in unserem Körper zugeordnet. Durch Berührung werden die Reflexzonen stimuliert. Das hat zur Folge, dass sich in der angesprochenen Körperregion die Durchblutung verbessert und die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Die Behandlung von Reflexzonen wirkt ebenso im psychologisch-seelischen Bereich.

Wer hat's erfunden?

Schneider: In den 60er-Jahren entdeckte der Engländer Robert St. John eine Verbindung der Wirbelsäule zu unserer vorgeburtlichen Entwicklung, also der Reifezeit im Bauch der Mutter. In diesen neuen Monaten haben Blockaden, Ängste und Krankheiten oftmals ihren Ursprung. Eine sanfte Massage an den Reflexzonen der Wirbelsäule an den Füßen, an den Händen und am Kopf lockert vorgeburtliche Prägungen und verfestigte Muster, damit diese sich lösen können. Sehr individuell und fast unmerklich werden so neue Entwicklungspotenziale freigesetzt. Nebenbei hat man Gelegenheit, zu entspannen und loszulassen.

Wie kamen Sie zur Naturheilkunde?

Schneider: Ein konkretes Schlüsselerlebnis gab es nicht. Das Thema hat mich seit meiner Jugend fasziniert. Mindestens genauso lange beschäftige ich mich schon mit Geist und Psyche.

Die wichtigste Erkenntnisse der Naturheilkunde?

Schneider: Für mich persönlich hat die Tatsache Bedeutung, dass Naturheilkunde den Menschen nicht nur in „Teilmengen“ betrachtet, sondern der ganze Mensch als Körper-Seele-Geist-Einheit wahrgenommen wird.

Sie leiten auch einen philosophischen Gesprächskreises im Kitzinger Stadtmuseum - was darf man sich darunter vorstellen?

Schneider: Vorbild für die Denkinsel ist das von dem französischen Populärphilosophen Marc Sautet im Jahre 1992 in Paris begründete Café Philosophique. „Die Denkinsel“ bietet einmal im Monat ein Forum für das wachsende Bedürfnis, sich mit Gegenwartsthemen auf lebensnahe Weise auseinanderzusetzen. Der öffentliche Raum des Stadtmuseums erlaubt es jedem Teilnehmer, ungeordnete Gedanken mitzubringen, sich engagiert in die Gespräche einzubringen, und sich selbst und anderen beim Denken zuzusehen und zuzuhören.

Was begeistert Sie an der Philosophie?

Schneider: Mein Arbeitsmittelpunkt ist die Philosophische Praxis. Und philosophieren ist eine äußerst spannende Tätigkeit. Im gemeinsamen philosophischen Gespräch mit meinen Klienten geht es darum, Alltägliches wieder wahrzunehmen, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und festgesetzten Meinungen für einen Moment loszulassen. Philosophie ist nichts Abstraktes. Philosophie begrenzt nicht. Philosophie ist ergebnisoffen.

Worüber philosophieren Sie am liebsten?

Schneider: Wir leben gleichzeitig in einer Welt des Übermaß und des Mangels. Durch Einseitigkeit geht uns das Mittelmaß verloren und damit auch das Gefühl für Gerechtigkeit. Ich halte in meinen philosophischen Gesprächen gerne ein Plädoyer für Vielseitigkeit und Wandlung. Dabei spielt die Gegenwart eine wichtige Rolle. Sie ist die Zeit, die Wandlungen bringt.

Ihr Tipp für ein erfülltes Leben?

Schneider: Die Balance finden zwischen Zufriedenheit und Neugier.

Sie bezeichnen sich auch als Absichtsdenker – das ist was?

Schneider: Der Gegensatz dazu wäre ich ein Zufallsdenker. Der Absichtsdenker nutzt die Denkkraft bewusst. Frei nach Immanuel Kants Credo: Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstands zu bedienen.

Was sind Sie sonst noch alles?

Schneider: Essayist, Unternehmensberater, Gesprächspartner, Begleiter, Weggefährte, Künstler ohne Objekte. Als Philosoph hat man einen Vielseitigkeitsfaktor.

Wofür kann man Sie buchen?

Schneider: Die philosophischen Themen sind erarbeitet für Vorträge, philosophische Spaziergänge, Kamingespräche und Tagesseminare. Im Bereich der Metamorphosis-Methode gebe ich Kurse, in denen man diese Methode erlernen kann. Zudem gebe ich Sonderkurse für Hebammen und Selbsthilfegruppen. Als Philosoph bringe ich zudem ein bestimmtes systematisches Denken mit, das grundsätzlich für Unternehmer und deren Mitarbeiter interessant ist.

Ihr Wunsch an das Jahr 2019?

Schneider: Dass die Weltgemeinschaft mehr Mittelmaß zeigt.

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