Über 200 Beschäftigte des Unternehmens Bosch Rexroth Mechatronics, Werk Volkach, legten am Montagnachmittag für kurze Zeit ihre Arbeit nieder. "Wir haben's verdient. Wir machen Druck" lautete das Motto des Warnstreiks mit Kundgebung vor dem Werkstor, mit dem die IG Metall ihre Forderungen nach mehr Lohn, einer unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten und Mitbestimmung bei der Leiharbeit unterstrichen. Mit roten Fahnen, großen Bannern, Ratschen und Trillerpfeifen machten die Streikenden eines deutlich: "Wir stehen zusammen."
In der Tarifrunde 2012 wollen die Verantwortlichen der IG Metall deutliche Zeichen setzen. Es soll künftig keine Stundenlöhne mehr geben, von denen man in der heutigen Zeit nicht mehr leben kann. Die jungen Leute sollen für die Zukunft Perspektiven habe. 6,5 Prozent mehr Lohn sieht deshalb auch Winfried Werner als angemessen an. Der Betriebsratsvorsitzende von Bosch Rexroth Mechatronics und IG-Metall-Mitglied weiß genau: "Mehr Lohn und Gehalt haben die Leute verdient." Die Netto-Löhne der Beschäftigten seien im Verhältnis zu den gestiegenen Gewinnen der Unternehmen immer weiter nach gesunken. "6,5 Prozent sind deshalb vernünftig."
Die feste Übernahme der fertigen Auszubildenden sieht er als weiteres Ziel. Zwar sei diese Forderung bei seinem Unternehmen "verbrieft", doch im Gegenzug habe man in den letzten Jahren die Zahlen der Ausbildungsstellen nach unten geschraubt. "Das sehen wir im Hinblick auf die demografische Entwicklung in unserem Land als negativ an", erklärt der Betriebsratsvorsitzende. Aus diesem Grund fordere man die Unternehmen auf, die Ausbildungszahlen wieder zu steigern. Um ihr Leben einigermaßen gestalten zu können, bräuchten die Jugendlichen zuverlässige Perspektiven.
Werner und seine Mitstreiter fordern schließlich mehr Mitbestimmungsrecht bei der Leiharbeit. Leiharbeiter müssten einen fairen Arbeitslohn erhalten, so der Wunsch. Die Erfahrungen mit Leiharbeit in den vergangenen Jahren habe aufgezeigt, dass sich das Betriebsklima durch das enorme Gehaltsgefälle zwischen festen Mitarbeitern und Leiharbeitern stark verschlechtert habe. Netto-Löhne von sechs Euro seien nicht tragbar. Bei Rekordumsätzen und -gewinnen der Unternehmen sowie zuletzt utopischer Gehälter für das Management hoffen Werner und seine Wegbegleiter, dass ihr Drei-Punkte-Katalog mit den Forderungen nach mehr Gehalt, faire Leiharbeit und Übernahme der Azubis in der bereits 4. Verhandlungsrunde auf offene Arbeitgeberohren stößt. "Sonst streikt's weiter!"