Ein eigenes Stück Wald – für viele Kaminofenheizer der Traum. In Gerlachshausen ist er für einen Großteil der alteingesessenen Familien Wirklichkeit. Rund 67 Hektar umfasst der Körperschaftswald des Ortes. Aktuell teilen sich den Holzertrag 36 sogenannte Rechtler. Es werden jedoch ständig mehr, denn die Holzrechte werden vererbt und dann meist unter den Kindern aufgeteilt.

Die Bewirtschaftung des Waldes organisiert der Vorstand nach den Beschlüssen der Versammlung. In den vergangenen 25 Jahren standen Michael Vogel als Vorsitzender, Klaus Schömig als Stellvertreter, sowie Karl Reuthal als Kassier und Schriftführer an der Spitze der Waldkörperschaft. Nun verabschiedeten die Waldrechtler Vogel und Reuthal, die beide nicht mehr kandidierten.

Als neuer Vorsitzender wurde Klaus Schömig gewählt, sein Stellvertreter ist Andreas Grindel. Den Posten des Schriftführers und Kassiers übernahm Johanna Vogel. Beim Umbau des Waldes auf die aktuellen, auch durch den Klimawandel bedingten Erfordernisse berät und begleitet Förster Dieter Rammensee. So haben etwa Eichen in den Zeiten des Schwarmspinners wenig Chancen.

Schömig dankte seinem Vorgänger Michael Vogel für die jahrelange Arbeit. „Es gab einiges an Herausforderungen zu meistern“, erinnerte er sich. So galt es nach dem Orkan Wiebke rund 250 Festmeter an umgestürztem Stammholz aufzuarbeiten, was mehrere Jahre dauerte. Außerdem wurden die Abläufe in der Waldkörperschaft professionalisiert.

Firmen beauftragt

So traf man sich vor 20 Jahren noch gemeinsam an sechs Samstagen zum Holzeinschlag. Das Brennholz wurde vor dem Wald gestapelt und danach aufgeteilt. Heute durchforsten beauftragte Firmen den Wald, die Rechtler verwerten nur noch die liegen gebliebenen Baumkronen selbst. Als Erinnerung erhielt Michael Vogel eine Holzschale, die Schömig aus einem Baum aus dem eigenen Wald geschnitzt hatte.