VOLKACH

Wahlsieg mit Schönheitsflecken

Obwohl der Warnschuss für Volkachs Bürgermeister Peter Kornell deutlich war – 514 Stimmen Vorsprung gegenüber Herausforderer Fred Mahler sind ein Sieg und der Einstieg in die dritte Amtszeit.
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Glückwunsch für den Wahlsieger: Am Wahlabend tauchte im Volkacher Pfarrheim, in dem die Freien Wähler Bürgermeister Peter Kornell feierten, Gerlinde Martin (CSU) – Mitbewerberin im ersten Wahlgang – auf, um Kornell zu gratulieren. Foto: Foto: Guido Chuleck

Obwohl der Warnschuss für Volkachs Bürgermeister Peter Kornell deutlich war – 514 Stimmen Vorsprung gegenüber Herausforderer Fred Mahler sind ein Sieg und der Einstieg in die dritte Amtszeit.

Der Lohn: Beifall im kandidatenfreien Rathaus, wo die Wahlergebnisse über den Bildschirm gingen, Glückwünsche bei der Feier im katholischen Pfarrheim von Landrätin Tamara Bischof und Gerlinde Martin, die als CSU-Bürgermeisterkandidatin in der ersten Wahlrunde knapp gescheitert war.

Stoff zum Überdenken der eigenen Politik bietet das vergleichsweise knappe Ergebnis gegenüber einem politischen Neuling wie Mahler allemal. Vor allem der Blick auf die Stimmbezirke liefert einiges an Aussagekraft. In Rimbach, wo sich eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Kläranlage gebildet hat, kassierte Mahler drei von vier Wählerstimmen. Kornell wurde abgestraft.

Hochburgen besitzt der Bürgermeister in Gaibach (knapp 75 Prozent), wo Kornells Eintreten für die Umgehung offensichtlich Wirkung gezeigt hat, und in Krautheim (73 Prozent). In der Stadt Volkach kommt der Bürgermeister auf rund 54 Prozent. Dass hier nicht mehr drin ist, liegt vermutlich am Ärger um die – für die Anlieger – teure Sanierung der Dr. Eugen-Schön-/Eichfelder Straße und sicherlich am Votum der Umgehungsstraßen-Gegner im Volkacher Osten, die sich von der Bürgerliste Unterstützung erhoffen können.

Veränderungen im Stadtrat bringt das Stichwahlergebnis, aber auch die Affäre um Ex-BL-Stadträtin Ingrid Dusolt. Nachdem Kornell wiedergewählt ist, rückt Anja Hirt auf der FWG-Liste für den Stadtrat nach. Die 44-jährige Physiklaborantin darf erstmals bei der konstituierenden Sitzung am 5. Mai auf ihrem Ratssitz Platz nehmen.

Premiere hat da auch Mahler, der – zumindest mit seinem Stadtratsergebnis von 3185 Stimmen – Spitze einer vermutlich dreiköpfigen Bürgerlisten-Fraktion ist. Als partei- und fraktionslose Rätin wäre Ingrid Dusolt mit dem zweithöchsten BL-Ergebnis im Gremium. Die Mitgründerin der Bürgerliste musste die Gruppierung verlassen, als sie sich – gezwungen von den Tatsachen – als Verfasserin eines gefälschten Leserbriefs zu erkennen geben musste.

„Ich habe nach wie vor Wähler, die zu mir stehen.“
Ingrid Dusolt Stadträtin

Trotz aller Rücktrittsforderungen – zuletzt von der Jungen Union – verzichtet Dusolt derzeit weder auf ihren aktuellen Ratssitz, noch auf die Möglichkeit, in der nächsten Wahlperiode im Stadtparlament Sitz und Stimme zu haben: „Ich habe nach wie vor Wähler, die zu mir stehen.“ Sie sehe die Situation nach ihrem Fehltritt „zwiespältig“. Ob sie bleibe oder ihr Ehrenamt abgebe, müsse sie mit sich „und mit meinen Mitmenschen abklären“. Sicher sei nur: „Ich werde mich nicht verstecken.“

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