KITZINGEN

Vorsicht: Strom im Mund

„Redoxchemische Prozesse im Alltag“: Schon das Thema hört sich sehr kompliziert an. Praktisch wird es aber, wenn es beispielsweise um diese Frage geht: Bekommen Teenager bei einem Kuss einen Stromschlag, wenn beide eine Zahnspange tragen?
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„Redoxchemische Prozesse im Alltag“: Schon das Thema hört sich sehr kompliziert an. Praktisch wird es aber, wenn es beispielsweise um diese Frage geht: Bekommen Teenager bei einem Kuss einen Stromschlag, wenn beide eine Zahnspange tragen?

Dr. Christian Ehli, Schulbeauftragter der Uni Erlangen, ging am Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen der „Zahn- spangen-Frage“ auf den Grund – und kein Wunder: damit hatte er sich sofort die volle Aufmerksamkeit aller Schüler gesichert. Diese hatten im Unterricht den theoretischen Weg gewählt. Sie erstellten aus Stahldraht, Salz und Wasser eine modellhafte Nachbildung einer Mundhöhle mit Zahnspange und stellten erleichtert fest, dass kein Stromfluss gemessen werden konnte.

Das Interesse der Schüler wurde noch gesteigert, als der Referent von einer Arbeitskollegin mit Goldzahn berichtete, die nach Verzehr eines Osterhasen einen Stromschlag erhalten hatte. Das Geheimnis liegt in der Verpackungsfolie aus Aluminium, die in kleinster Menge in die Mundhöhle der Frau gelangt ist.

Im Anschluss zeigte der Referent den Aufbau und die Wirkungsweise gängiger Batterien, um dabei das Prinzip von Redoxreaktionen zu erläutern. Zum Abschluss durften die Schüler eine eher kuriose, aber funktionierende Batterie aus der Verpackungsfolie eines Osterhasen, einer Bleistiftmine und etwas Zitronensäure bauen. Redoxchemie gilt unter Schülern häufig als kompliziertes und theoretisches Themenfeld. Der Vortrag war eine gelungene Mischung aus Spannung und Humor, heißt es in der Mitteilung.

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