Die Christen wohnen Tausende von Kilometern auseinander und werden dennoch gemeinsam feiern. Denn sie verbindet nicht nur der gemeinsame Glaube, sondern auch eine Partnerschaft. Seit über 20 Jahren hat das Dekanat Castell eine Partnerschaft mit dem Senior Flierl Seminar in Logaweng auf Papua Neuguinea. Das Dekant unterstützt das Seminar, in dem Priester ausgebildet werden. Daran erinnert der jährliche Partnerschaftssonntag. Und damit die Partnerschaft auch wirklich im Gedächtnis bleibt, ist Inge Derrer aktiv.

Die ehrenamtliche Dekanatsmissionsbeauftragte aus Gräfenneuses lässt sich jedes Jahr zum Partnerschaftsgottesdienst etwas Neues einfallen, um den Besuchern die Menschen von Logaweng näher zu bringen. Sie kann dabei aus persönlicher Erfahrung berichten, denn sie hat das Senior Flierl Seminar auch schon selbst besucht. Einerseits hat sie dabei die große Armut des Landes selbst erfahren. "Die Wenigsten dort haben Arbeit", weiß sie. Weil die Pfarrer später in den Orten einen sehr niedrigen Lohn bekommen werden, müssen sie selbst für ihr Essen aufkommen. Daher werden sie nicht nur als Priester ausgebildet, sondern bekommen auch Kenntnisse im Gartenbau.

Auch im Gesundheitsbereich gibt es große Probleme. Zudem gibt es kaum Infrastruktur. Das Seminar versorgt sich selbst, weil es von größeren Städten aus nur mit Flugzeug oder Schiff zu erreichen ist. "In Deutschland ist alles so selbstverständlich, da kann man sich von der Situation dort kaum eine Vorstellung machen", ist ihre Erfahrung. Dennoch seien die Menschen in Papua Neuguinea sehr freundlich. "Mich haben die Gesänge, Tänze und Begrüßungen beeindruckt. Es sind hilfsbereite und dankbare Leute."

Der Austausch beruht auf Gegenseitigkeit. Während deutsche Priester am Senior Flierl Seminar tätig sind, kommen auch von dort Priester nach Deutschland, um hier auszuhelfen und zu lernen.

Dabei steht dieser Austausch in einer rund 100-jährigen Tradition. Georg Schneider aus Kitzingen, Georg Bamler aus Burghaslach, Konrad Vetter aus Markt Erlbach, Johann Stössel aus Dietersdorf und Georg Vicedom aus Unterrimbach waren in den letzten 100 Jahren als Missionare in Papua Neuguinea tätig. "Sie haben Großartiges geleistet, um das Evangelium zu verbreiten und die Einwohner im Lebensunterhalt zu stärken", findet Inge Derrer. Auch heute sieht sie die Kirche als Möglichkeit für verlässlichen Dienst am Nächsten, die durch Projekte Hilfe zur Selbsthilfe fördert.

Sie selbst arbeitet seit 1994 als Missionsbeauftragte des Dekanats daran mit, regelt den Schriftverkehr, organisiert Veranstaltungen und nimmt Gäste aus Papua Neuguinea bei sich auf. Manchmal beschäftigt sie dieses Ehrenamt den ganzen Tag. Aber sie ist überzeugt: "Man ist verpflichtet, sich für andere einzusetzen." Und außerdem macht ihr die Arbeit sehr viel Freude.

Am Sonntag, den 26. Februar, ist der Partnerschaftssonntag, in der die Menschen in Logaweng und im Dekanat Castell gleichzeitig Gottesdienst feiern. Bereits am Sonntag, den 19. Februar, findet in Castell um 9.30 Uhr und in Greuth um 10.30 Uhr der Partnerschaftsgottesdienst statt. Dabei erwarten den Besucher einige Informationen und Überraschungen zum Thema. Am 26. Februar ist Inge Derrer außerdem im Gottesdienst in Füttersee um 9 Uhr.