MARKTBREIT

Vom Volkstrauertag zum Volksfriedenstag

Die Gnodstädter Manfred Krauß und Karl Schmidt gaben den Anstoß, Landrätin Tamara Bischof war sofort aufgeschlossen und die Kreisheimatpfleger verwirklichten die Idee: Am Sonntag enthüllten Landrätin Tamara Bischof und Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein in der Kriegergedenkstätte des Landkreises zwei Gedenktafeln mit Namen von Gefallenen aus dem 1. und 2. Weltkrieg.
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Gedenktafeln enthüllt: Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein (links) und Landrätin Tamara Bischof nehmen die Tücher ab. Damit sind jetzt alle Namen von gefallenen und vermissten Soldaten aus allen Kommunen in der Landkreis-Gedenkstätte nachzulesen. Foto: Foto: Hartmut Hess

Die Gnodstädter Manfred Krauß und Karl Schmidt gaben den Anstoß, Landrätin Tamara Bischof war sofort aufgeschlossen und die Kreisheimatpfleger verwirklichten die Idee: Am Sonntag enthüllten Landrätin Tamara Bischof und Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein in der Kriegergedenkstätte des Landkreises zwei Gedenktafeln mit Orten von Gefallenen aus dem 1. und 2. Weltkrieg.

Denn bislang waren in der Marktbreiter Gedenkstätte nur die Kommunen des Altlandkreises verewigt, die Namen der Städte und Gemeinden, die im Rahmen der Gebietsreform 1972-1978 zum Landkreis dazugekommenen waren, fehlten bislang.

Erich Hegwein dankte den Initiatoren, den anwesenden Kreisheimatpflegern Hans Bauer und Karl-Heinz Wolbert, Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner und Peter Mertens aus dem Landratsamt für die fachliche Unterstützung des Vorhabens. Der Gnodstädter Grafikdesigner Alexander Jakubowsky und der Wiesenbronner Schreinermeister Frank Ackermann hatten die Vorarbeiten auf den Gedenktafeln umgesetzt.

Tamara Bischof sah den Volkstrauertag als Tag des Gedenkens und auch der Besinnung darauf, wie die Menschen auf Krieg, Gewalt und Terror reagieren sollen. Die Verbrechen der Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) hätten bewusst gemacht, dass die Menschen nicht wegschauen und vergessen dürfen, um solche Verbrechen zu verhindern. „Es ist ein Geschenk, dass wir heute in Frieden und Freiheit leben können“, sagte die Landrätin, ehe sie zusammen mit Erich Hegwein den Kranz des Gedenkens niederlegte.

Erich Hegwein sah den Volkstrauertag als Tag der Mahnung und auch der Hoffnung, dass die Menschen aus der Geschichte lernen. Das Stadtoberhaupt betonte, dass der Landkreis und auch die Stadt Marktbreit würdig mit den gefallenen und vermissten Soldaten umgehen würden, wovon auch die Kriegerdenkmale zeugen. Hegwein wünschte sich, „dass der Volkstrauertag zu einem Volksfriedenstag“ wird.

Es bliebe aber trotzdem die Frage, ob die Menschen wirklich aus den beiden Weltkriegen gelernt hätten. „Üben wir Frieden – im Gespräch wie im Umgang“, sagte Hegwein und forderte die Anwesenden dazu auf, einander mit Toleranz und Geduld zu begegnen.

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