WÄSSERNDORF

Vom Spurenziehen und anderen lustigen Ereignissen

Zweimal volles Haus: Während es am Freitag in der Alten Schule leckeres Essen zum Kirchweihauftakt in Wässerndorf gab, gab es am Samstag etwas anderes zum Verdauen.
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Die Wässerndorfer Kirchweihjugend hat beim Vortrag der Predigt die Lacher auf ihrer Seite. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Freitag Abend volles Haus, Samstag Abend volles Haus. Während es am Freitag in der Alten Schule schon leckeres Essen zum Kirchweihauftakt in Wässerndorf gab, gab es am Samstag ab 21.15 Uhr etwas anderes zum Verdauen. Da servierte nämlich die Kirchweihjugend humorvoll bis fränkisch trocken ein Wässerndorfer Allerlei der Ereignisse des vergangenen Jahres, die nicht jedem schon bekannt waren.

Barbara Bohn, Lucy Jamm, Verena Jamm, Anja Mark, Inka Köhler, Anne Pinnau und Carsten Bullmer trugen im vollbesetzten Saal die Kirchweihpredigt vor. Beim Schreiben waren sie von Philipp Rützel unterstützt worden. Klaus Rützel begleitete auf dem Akkordeon die eingestreuten, zur Predigt passenden Kerwalieder.

In Brautkleid und Postjacke

Ob in Post- oder Feuerwehrjacke oder gar im Brautkleid, jedes dieser Kleidungsstücke, das die Kerwajugend trug, hatte etwas mit der Predigt zu tun, die, um es vorweg zu nehmen, mit viel Beifall und Lachen bedacht wurde.

Da ging es um die „Maispur“, also eine Kalkspur zwischen den Wohnhäusern von Freund und Freundin, die traditionell in der Walpurgisnacht gezogen wird. Die wurde von Wässerndorf nach Fröhstockheim gelegt. Doch anscheinend war der alte Brauch nicht jedem bekannt. Manche hielten sie in der Nacht für eine Ölspur – vielleicht erklangen deswegen in der Nacht die Sirenen der Feuerwehr aus dem Nachbarort Willanzheim. Der Vater des Verlieben säuberte sogar in der Nacht noch die Straße mit Wasserschlauch und Besen. „Und die Moral von der Geschicht: Die Liebe hielt trotz Kalkspur nicht“, verkündete die Kerwajugend das leider traurige Ende.

Achse des Bollerwagens brach

Im Repertoire hatten die Jugendlichen auch den Vatertagsausflug, bei dem eine Achse des Bollerwagens brach, was die Jugend zum Schluss kommen ließ, dass es nicht gut sei, den Bollerwagen zu voll zu beladen oder man einfach nicht „so fleißige Trinker“ sein sollte.

Lustig vorgetragen wurden auch die Geschichten um eine Braut, die eine Überraschung schon vorher entdeckte, um einen Brief der Bundesjustizanstalt, der Eltern in Schrecken versetzte, doch der nur das Führungszeugnis für die Tochter enthielt, um die Nichtbenutzung vorhandener Schneeketten auf dem Weg zum Skiparadies oder um das Jugendfeuerwehrzeltlager.

Kerwajugend is watching you

Viele kleinere Begebenheiten fasste die Jugend unter der Rubrik „Wussten Sie schon, dass“ zusammen. Wer wusste es schon, dass zum Beispiel der Jugend die Schuld am Lärm im Dorf gegeben wurde, obwohl diese in Martinsheim war. Oder, dass man die Mutter auf dem Festnetz anrufen musste, um ihr zu sagen, dass sie bitte eine Rolle Klopapier bringen soll. „Kerwajugend is watching you“, meinten die Vortragenden grinsend und warten schon gespannt auf die vielen weiteren Helfer, die im nächsten Jahr die Kerwazeitung füllen.

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