Der Konzertkeller von Andreas Liebald in der Wiesentheider Sofienstraße ist immer noch ein Geheimtipp. In dem alten, renovierten Bauernhaus ganz am Ende der Straße, hat er den aus Bruchsteinen gemauerten Gewölbekeller, in dem früher die Vorräte lagerten, zum Konzertsaal umgewandelt.

Seit dem Start im Juli 2009 ist einmal im Monat Musik angesagt. Das Programm reicht von Chansons und Folk, über Jazz, A-capella-Musik, Pop oder Pop. Auch Liedermacher wie kürzlich Ben Sands, kommen nach Wiesentheid. Das Programm stellt der Pädagoge und Hobby-Musiker mit seiner Frau zusammen. Mittlerweile sind die Konzerte in Liebalds Konzertkeller, der etwa 80 Personen Platz bietet, im Schnitt mit mehr als 50 Personen besucht. Der Altersdurchschnitt der Besucher liegt bei etwa 40 Jahre, zum großen Teil kommen sie aus der Umgebung, aber nicht selten auch von weiter her.

Liebalds Erwartungen jedenfalls, wurden weit übertroffen: „Wir haben am Anfang gesagt, wir machen einen Probelauf mit vier Konzerten. Wenn es läuft, mach' ich weiter, wenn nicht, lasse ich es sein“, blickt er auf die Anfänge. Doch schon beim allerersten Konzert durfte er im urigen Keller über 50 Besucher begrüßen. Ganze 49 Konzerte hat der Keller seitdem erlebt. Vor allem die Qualität der Musik, die bereits bei ihm gespielt wurde, hat den Veranstalter überrascht.

„Wir haben am Anfang gesagt, wir machen einen Probelauf mit vier Konzerten.“
Andreas Liebald, Betreiber des Konzertkellers

Obwohl bei Liebald mittlerweile etwa zwei Anfragen pro Woche eingehen, soll es beim Termin einmal im Monat bleiben. Der Geheimtipp spricht sich also auch in Musiker-Kreisen herum. Er wolle seinen Keller „bewusst als Hobby“ betreiben, so Liebald, der nahezu alles, auch das Büro, selbst macht.

Zuletzt hatte er mit Ben Sands einen Liedermacher zu Gast, der bereits zum dritten Mal in Wiesentheid auftrat. Der Mann, der an der irischen Ostküste ziemlich genau in der Mitte zwischen Belfast und Dublin lebt, ist seit 1975 nicht nur in Deutschland auf Tour. Mit seinen beiden Brüdern und der Schwester tourt er als „Sands Family“ durch Europa, dazu ist er auch solo unterwegs.

Sands mag die Atmosphäre im voll besetzen Keller mit den Bruchstein-Mauern. „Das ist so, wie wir damals begannen. Ich mag das“, schätzt er die unmittelbare Nähe zum Publikum in Wiesentheid. „Wenn es einem Musiker hier nicht gefällt, dann braucht er einen Doktor“, da ist er sicher. Auf der Gitarre begleitet Sands seine Stücke, die von Geistern in einem alten Haus handeln, von seiner Großmutter oder den bunten Gummistiefeln, mit denen er als Kind beim Fußballspielen auf dem Pausenhof die Elfmeter schießen musste.

Und auch für die kommenden Monate steht einiges auf dem Programm: Bald soll das Jubiläumskonzert, das 50., im Keller stattfinden, am 9. Mai spielt dann die Kitzinger Formation „Hang Loose.“ Und für den Herbst hat sich Hobby-Veranstalter Liebald eine größere Sache vorgenommen. Er will in Wiesentheid erstmals ein Kneipen-Festival auf die Beine stellen, mit Live-Musik in sechs bis acht Lokalen. Der Termin für die „Wiesentheider Musik-Meile“ steht bereits mit dem 18. Oktober fest. Den Rest wird Andreas Liebald auch noch hinkriegen, da ist er zuversichtlich.