Eigentlich hätte es ein stimmungsvoller und fröhlicher fränkischer Abend im Schlosshof auf dem Schwanberg werden sollen. Eigentlich. Aber das Wetter schickte eine halbe Stunden vor Beginn des fränkischen Sänger- und Musikantentreffens zunächst dunkle Wolken und dann einen leichten aber beständigen Landregen.

Die Zuhörer, die teilweise schon über eine Stunde vor Beginn einen der begehrten Plätze im Hof ergattert hatten, waren mit Regenschirmen und Capes zwar bestens gerüstet, geholfen hat es letztendlich nichts. Vor allem die Sorge um die Instrumente der Musikanten führten zu dem Entschluss in die St. Michelskirche umzuziehen, wobei Priorin Friderike Popp glaubhaft versicherte, dass sie und ihre Mitschwestern der Communität nicht für das Wetter zuständig seien. Sie dankte den Besuchern, weil sie mit dem Eintritt einen Schlossparktaler erwarben und so die Sanierung des Parks unterstützen.

Rund 60 Gäste zogen es vor, wieder nach Hause zu fahren. Die anderen folgten den Musikern in die Kirche und erlebten einen unterhaltsamen Abend. „Willkommen in der Arche Noah auf dem Schwanberg“, sagte die Priorin mit Blick auf den Regen und versprach den Zuhörern aufgrund der hervorragenden Akustik der von Alexander Freiherr von Branca erbauten Kirche einen besonderen Hörgenuss. „So voll wie heute ist die Kirche nur an Weihnachten“, freute sich Friderike Popp.

Mit blanken Füßen gekeltert

Für den Hörgenuss sorgten alte Bekannte auf dem Schwanberg. Da waren die Bad Windsheimer Sänger und Musikanten mit ihren historischen Instrumenten wie Pommer, Sackpfeife und Krummhorn, die Pfarrgasse-Sänger aus Kleinlangheim und die „Samets“ aus Richelbach. Der Abend stand unter der Überschrift „Die Kelter harrt des Weines“. Reinhard Hüßner von der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik hatte dazu tief in den Geschichtsbüchern gegraben. In den Musikpausen erfuhren die Zuhörer Interessantes über die Art und Weise des Kelterns, mithilfe der blanken Füße, von Baum oder Spindelkeltern. Hüßner informierte über die Geschichte des Weinbaus in Franken und über den Zent, den die Winzer früher an die Oberen abzugeben hatten.

Mit fränkischem Liedgut, teilweise aus dem 14. oder 17. Jahrhundert, aber auch mit bekannten Stücken wie dem „Kasper-Schottisch“ oder „Franken du mein Land“ erfreuten die Musikanten ihre Zuhörer, die sich nicht lange bitten ließen, beispielsweise beim Frankenlied oder bei „Geh aus mein Herz und suche Freud“ mit zu singen. Nach dem gemeinsamen Schlussstück oder „Kein schöner Land“, zog es viele noch einmal zurück in den Schlosshof zu einem Schoppen und zur Brotzeit.