Volkach

Volkacher Vorzeigeprojekt

Architektouren 2018: Wie aus St. Laurentius in Vkach ein Schmuckstück wurde.
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Die Macher: Reinhold Jäcklein, Herbert Meyer, Dominik Malucha und Stefan Schrauth (von links) vor dem gelungenen Anbau von St. Laurentius in Volkach.

Und wieder sind sie dabei, schon seit 2002 – Jäcklein Architekten mit Sitz in Volkach, unter der Federführung von Reinhold Jäcklein, Stefan Schrauth und Dominik Malucha. Unter 287 Vorzeigeprojekten in ganz Bayern hat die Jury der Bayerischen Architektenkammer zwei Bauten der Volkacher ausgewählt. Neben der Kindertagesstätte St. Nikolaus in Eibelstadt ist dies die Caritas Sozialstation St. Laurentius in Volkach.

Im Rahmen der „Architektouren 2018“ konnte man am Wochenende einen Blick hinter die Fassaden werfen, um mit den Planern und Bauherren ins Gespräch zu kommen. Das Anliegen Jäckleins war, die L-Form und die Proportionen des bestehenden Pfarrheims aus den 60er Jahren aufzunehmen und ihm quasi einen „kleinen Bruder“ in Holzständerbauweise anzugliedern. Nicht um etwas Spektakuläres zu veranstalten, sondern um einen „dienenden“ Bau zu erstellen.

So wurde ein gemeinsamer Innenhof und Raum für Begegnung und Arbeit in einer freundlichen Atmosphäre geschaffen, formuliert es Reinhold Jäcklein.

Über 20 Mitarbeiter

Bauherr und Vorsitzender des Trägervereins St. Laurentius in Volkach, Herbert Meyer, erzählt von den Anfängen der Sozialstation, die es seit 25 Jahren gibt. Mittlerweile beschäftigt der Verein mehr als 20 Mitarbeiter, so dass ein Neubau notwendig wurde. In Erbpacht konnte man das Grundstück neben dem Pfarrheim in der Engertstraße 7 erwerben, um Platz für den mobilen Pflegedienst und die Verwaltung zu schaffen.

Dank persönlicher Verbindung zu Reinhold Jäcklein konnte Herbert Meyer das Architekturbüro dafür gewinnen, den Auftrag zu übernehmen.

Räume zum Wohlfühlen

Wichtig war den Planern, Räume zum Wohlfühlen entstehen zu lassen, kein lieblos-funktionales Renditeobjekt so mancher Bauträger. Stattdessen ein Statement für mehr Sorgsamkeit bei der Ausführung. So laden bodentiefe Nischen in den rahmenlosen Fenstern zum Sitzen ein und lassen gleichzeitig ein Maximum an Licht in die hellen Räume.

Warme Holzoberflächen, Einbauschränke, Linoleum für den Bodenbelag und eine schallschluckende hohe Decke zeugen von der sorgfältigen Auswahl der Baumaterialien. Fichte im Innenbereich und sibirische, widerstandsfähige Lärche für die Außenfassade. Eine Luft-Wärme-Pumpe beheizt den eingeschossigen Bau. Im Außenbereich sorgt ein Rundum-Betonsockel für einen leicht schwebenden Charakter.

Pendant errichtet

Der Blick vom Carport im Eingangsbereich hindurch in den Innenhof und das rückwärtige Gebäude des Pfarrheims parallel dazu, lässt die Absicht der Architekten erkennen, hier ein Pendant zu errichten. Durch klare Linien und behutsame Angleichung fügt sich der Neubau unauffällig ein und setzt doch gleichzeitig ein markantes Zeichen zeitgenössisch gelungener Architektenkunst.

Fertig gestellt wurde der Bau im Mai 2017 und hat eine Nutzfläche von 251 Quadratmetern. Er beherbergt mehrere Büros, den Mobilen Pflegedienst, Verwaltung, Mehrzweckraum mit Teeküche, Sanitär- und Lagerräume, Aufenthaltsraum für Veranstaltungen und Fortbildungen und einen geschützten Terrassenbereich im Freien.



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