Volkach
Gestaltung

Volkacher Stadtrat beharrt auf Neugestaltung

Gegen den Willen vieler Anlieger bekommen die Dr.-Eugen-Schön-Straße und die Eichfeldstraße ein neues Aussehen. Der Stadtrat blieb bei seinem Beschluss, nicht nur die Fahrbahndecke zu sanieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Große Pfützen in der Dr.-Eugen-Schön-Straße/Eichfelder Straße in Volkach. Hier will die Stadt alles neu gestalten. Foto: Pfannes
Große Pfützen in der Dr.-Eugen-Schön-Straße/Eichfelder Straße in Volkach. Hier will die Stadt alles neu gestalten. Foto: Pfannes
Auf der einen Seite stand der einstimmige Beschluss des Stadtrats, den Bereich Dr.- Eugen-Schön-Straße/Eichfeldstraße neu zu gestalten, auf der anderen Seite die ablehnende Haltung der Anlieger. Sie wollen nur die Sanierung der Fahrbahndecke, ansonsten soll die Straße wie bisher bleiben. In der Stadtratssitzung am Montagabend wurde sehr lange über diesen Punkt diskutiert.

Beschluss vom Januar bekräftigt

Am Ende stimmten nur sieben Ratsmitglieder dafür, die Bedenken der Anlieger noch einmal zu behandeln. Somit wurde der Beschluss vom 14. Januar bekräftigt und Bürgermeister Peter Kornell (FWG) beauftragt, die Submission am Donnerstag zu eröffnen. Das heißt, die mit rund 1,54 Millionen Euro veranschlagte Baumaßnahme wird durchgeführt.


Unterschriftenliste wird übergeben

Im Protokoll zum Beschluss am Montagabend ist vermerkt, "dass sich die Anlieger gegen die Umgestaltung der Straße aussprechen". Bekräftigt wurde diese Haltung durch eine Unterschriftenliste, die an Ort und Stelle durch Peter Graf Finck von Finckenstein, dem Sprecher der Anliegergemeinschaft, übergeben wurde.

Im Raum stand dabei auch die Frage, ob es eine staatliche Förderung geben könnte, wenn die Straße wie gehabt wieder hergestellt werde. "Es ist davon auszugehen, dass es nichts gibt, wenn keine Verbesserung erfolgt", äußerte der Bürgermeister. Er nannte zudem die Forderung der Anlieger "keine gute Option", da die geplante Breite von sechs Metern für den Begegnungsverkehr ausreiche und ausreichend Parkplätze zur Verfügung stünden. Kornell: "Ich kann den von den Bürgern verlangten Ausbau nicht befürworten".

Anlieger haben keine tragfähigen Argumente

Der Bürgermeister nannte es "außergewöhnlich, dass Bürger bei einem Straßenausbau wollten, dass alles bleibt wie bisher. Dass sie Bäume, Parkplätze und eine Reduzierung der Fahrbahnbreite ablehnen, das könne er nicht verstehen. "Da dreht sich bei mir alles rum!" Kornell zog das Fazit, dass es keine tragfähigen Argumente gegen eine Neugestaltung gebe.

Verärgert reagierte er darauf, dass dem Stadtrat vorgeworfen werde, "den Bürgern keine Antworten zu geben". Er räumte aber auch ein, dass man in der Zwickmühle sei, falls sich alle Anlieger gegen die Neugestaltung aussprächen. Kornell: "Wir nehmen das ernst, was die Bürger sagen". Es gebe aber auch den einstimmigen Beschluss des Stadtrates "und wir müssen wissen, wo die Reise hingeht". Ein Jahr Verzögerung bringe auch eine Planänderung mit sich, die wiederum Geld koste. Außerdem stehe man unter dem Zeitdruck der Submission.

"Eine vernünftige Lösung"

Martin Haupt (CSU) nannte die schon beschlossene Variante "eine vernünftige Lösung" und Peter Haupt (FWG) forderte "das aus heutiger Sicht Modernste zu machen". Alfred Sauer konnte die Bedenken der Anlieger gegen eine Fahrbahnbreite von sechs Metern nicht verstehen: "Die Straße nach Eichfeld hat diese Breite und da gab es noch nie einen Unfall". Auch Herbert Römmelt (FWG) war dieser Ansicht und betonte, dass die Neugestaltung der Straße eine Verbesserung für die Anwohner bringe, "weil bis jetzt wegen der auf der Straße parkenden Autos ständig angehalten und weiter gefahren wird".

"Die ganze Thematik haben wir doch schon x-mal durchgekaut und dann einen einstimmigen Beschluss gefasst, bei dem wir bleiben sollten", meinte 2. Bürgermeister Reinhold Reichl (CSU).

Graf Finck von Finckenstein erinnerte daran, dass die Anliegergemeinschaft in mehreren Schreiben dargelegt habe, warum sie gegen die Neugestaltung ist. Sie wolle das Notwendige, also eine Sanierung mit der Variante der Erneuerung der Feinschicht für rund 950 000 Euro. Zu den Details führte er aus, dass die Straßenflucht bleiben solle und auch die jetzige Parksituation. Er nannte es auch einen "Unfug, wenn gesagt wird, dass eine neue Feinschicht nur zehn Jahre hält". Die Mehrheit der Anlieger sei gegen eine Neugestaltung, sagte Finck von Finckenstein und legte dem Ratsgremium eine Liste mit 61 Unterschriften kontra Neugestaltung vor.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren