Volkach

Volkacher Haushalt über 25,3 Millionen Euro steht

Kredite muss die Stadt Volkach 2019 nicht aufnehmen. Investiert wird besonders in den Ortsteilen. Manche Zahlen interpretieren die Stadträte allerdings unterschiedlich.
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Keine einfache Sache angesichts hoher Schulden: Der Volkacher Stadtrat hat für 2019 einen Haushalt von gut 25 Millionen Euro beschlossen. Foto: Symbolfoto: Siegfried Farkas

Das Brüten hat sich gelohnt – und damit ist nicht gefiederter Nachwuchs angesichts des Frühlingswetters gemeint, sondern die Vorbereitung des Volkacher Stadtrates auf den Haushalt 2019 beim Seminar in Schley . An dem Wochenende hatten die Frauen und Männer das Zahlenwerk erarbeitet, das sie in der Sitzung am Montagabend nun ohne große Aufregung verabschiedeten. Einzig die Mitglieder der Bürgerliste verweigerten ihre Zustimmung zum Haushalt, der – ähnlich wie 2018 – ein Volumen von 25,3 Millionen Euro umfasst. 

Gut 19 Millionen Euro sind im Verwaltungshaushalt geplant, in den unter anderem die Steuereinnahmen (Gewerbe, Grund, Einkommen) fließen und aus dem laufende Ausgaben wie die Umlagen für den Kreis (3,6 Millionen Euro), Personalkosten (3,7 Millionen Euro) sowie für Verwaltungsgemeinschaft und Schulverband (1,9 Millionen Euro) bezahlt werden. Zudem wandern knapp 2,4 Millionen Euro aus dem Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt, der 6,3 Millionen Euro umfasst. Davon will die Stadt unter anderem Land für mögliche neue Baugebiete (2,6 Millionen Euro) kaufen, die Dorferneuerung in Krautheim (400 000 Euro) beginnen oder die Erweiterung des Kindergartens in Obervolkach (500 000 Euro).

Tourismusabgabe erneut gefordert

So weit, so klar – und bereits in der vergangenen Sitzung besprochen . Herbert Römmelt als Sprecher der Freien Wähler (FWG) lobte daran vor allem, dass man ohne Neuverschuldung auskomme. Ingrid Dusolt, die als fraktionslose Stadträtin den Reigen der Haushaltsreden begonnen hatte, brachte die Schwierigkeit des Volkacher Haushalts angesichts des hohen Schuldenstands auf den Punkt: Sie sprach von  einem "Spagat zwischen Wunschdenken und Machbarkeit" und mahnte erneut an, der Stadt zustehende Gebühren auch konsequent einzutreiben. Zudem bezeichnete sie die Einführung einer Tourismusabgabe als "längst überfälligen Schritt".

"Zum Thema Weinfest fordern wir, dass die Standbetreiber selbst Personal für Ticketverkauf, Einlasskontrollen und Platzsäuberung stellen müssen."
Roger Schmidt, Bürgerliste Volkach

Derselben Ansicht war auch Roger Schmidt. "Volkach lebt seit Jahren auf sehr großem touristischen Fuß", sagte der Vertreter der Bürgerliste. Seiner Meinung nach müsse sich der Bereich "Tourismus" selbst finanzieren . Zudem waren ihm die Kosten für das Volkacher Weinfest ein Dorn im Auge. Die Bürgerliste fordere, "dass die Standbetreiber selbst Personal für Ticketverkauf, Einlasskontrollen und Platzsäuberung stellen müssen". Dagegen wehrte sich Bürgermeister Peter Kornell (FWG) später, sichtlich genervt vom Dauerthema Weinfest-Ausgaben. Er wolle die Stände nicht weiter belasten, betonte Kornell, da die Vereine dank ehrenamtlicher Helfer dort bislang gute Einnahmemöglichkeiten hätten.

Bahnlinie nach Würzburg voranbringen

Einen anderen Schwerpunkt setzte hingegen Dieter Söllner für die SPD-Fraktion. Er sprach die Anbindung von Volkach nach Würzburg an: "Wir sollten alles daran setzen, dass die Bahnlinie den Betrieb wieder aufnimmt." Dem pflichtete Heiko Bäuerlein im Namen der CSU bei – und sprach noch einen weiteren Dauerbrenner an: das sanierungsbedürftige Freibad . Bäuerlein sah es als gutes Zeichen, dass für Sofortmaßnahmen zu dessen Wiedereröffnung diesen Sommer  im Haushalt 100 000 Euro vorgesehen seien. Damit interpretierte er die Zahl ganz anders als es Roger Schmidt getan hatte. Der hatte eine "Außenseiterrolle für das Freibad im Haushalt" erkannt.

In einem Punkt hingegen gab es keinerlei Diskussion: Alle Stadträte würdigten in ihren Reden die gute Arbeit von Kämmerer Werner Hübner, für den es angesichts seines bevorstehenden Ruhestands der letzte Volkacher Haushalt war.

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