Volkach

Volkach gibt beim Aldi-Kreisel trotz Nordheimer Klage Gas

Die Nordheimer versuchen mit allen Mitteln, den im Süden Volkachs geplanten Kreisverkehr nach ihrem Wunsch zu verändern. Doch der Volkacher Stadtrat wehrt sich.
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Den Bau des Kreisverkehrs, der im Süden Volkachs die Kreuzung (im Bild) der Staatsstraßen 2260 (Richtung Obervolkach und Gerolzhofen) und 2271 (Richtung Kitzingen) ersetzen soll, möchten die Volkacher nun trotz des Neins aus Nordheim zügig voranbringen. Foto: Barbara Herrmann
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Es ging schon auf 22 Uhr zu im Sitzungssaal des Volkacher Rathauses am Montagabend, da gab es Sonderapplaus für Ingenieur Arno Weimann. So schnell wie möglich hatte er versucht, dem Stadtrat die Einwände gegen den Kreisverkehr im Süden Volkachs zu erläutern. Das dauerte trotzdem eine Weile – kein Wunder bei 64 Seiten. Davon zwei Drittel vom Nachbarn Nordheim. Der will bekanntlich gegen den Kreisverkehr klagen, da er sich dafür einen eigenen Arm wünscht. 

Ein Vorgehen, dass dem Volkacher Stadtrat sichtlich missfällt. Und auch das staatliche Bauamt hält den Wunsch der Nordheimer, ein Stück Parallelstraße zur Staatstraße Richtung Kitzingen plus eigene Einfahrt in den Aldi-Kreisel nicht für notwendig. Denn der Vorschlag der Gemeinde Nordheim würde auch einen deutlich höheren Aufwand und Eingriff in die Natur bedeuten. Die Volkacher treten darum trotz der möglichen Klage der Nordheimer aufs Gas. Einstimmig beschloss der Stadtrat die Änderung des Bebauungsplans Sonnenberg als Satzung, um möglichst schnell mit dem Bau des Kreisverkehrs beginnen zu können.

Kreisverkehr wird hochwasserfrei

Der soll im Süden Volkachs die Kreuzung der Staatsstraßen 2260 (Richtung Gerolzhofen) und 2271 (Richtung Kitzingen) ersetzen und höher gebaut werden, so dass er auch bei einem hundertjährlichen Hochwasser noch befahren werden kann. Das war bei der Kreuzung bislang nicht der Fall und ist ein Grund, warum das Straßenbauamt mitmache und kräftig zahle, erläuterte Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler).

Die Tatsache, dass die Nordheimer unter anderem die Erforderlichkeit des Kreisels in Frage stellen, verärgerte die Volkacher Stadträte darum sichtlich. Zudem, sagte Weimann, habe es an der Kreuzung von 2012 bis April 2017 bei Unfällen drei schwer- und 14 leichtverletzte Personen gegeben. Der Wunsch der Nordheimer nach einer eigenen Anbindung an den Kreisverkehr hingegen, betonte Kornell, sei eine "absurde Idee". Diese lasse sich weder vom Hochwasser- oder Naturschutz her noch wirtschaftlich rechtfertigen.

Linkseinfädelspur soll 150 Meter lang werden

Um den Nordheimer das Linksabbiegen auf die Staatsstraße Richtung Volkach zu erleichtern, ist dort ein innenliegender Linkseinfädelstreifen geplant. Dieser wird 150 Meter lang, laut Weimann sind das "großzügigste Kriterien". 

Für den Kreiselbau ist eine Behelfsstraße nötig, um den Bereich umfahren zu können. Sie könnte sogar heuer noch gemacht werden. Darum sind derzeit auch schon die grünen Plastikzäune aufgestellt. Sie helfen, die geschützten Zauneidechsen einzufangen und umzusiedeln. Die Bauarbeiten für den eigentlichen Kreisverkehr sollen dann so schnell wie möglich, vielleicht schon im kommenden Frühjahr, starten. 

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