Kitzingen

Vogelschützer haben alle Hände voll zu tun

In seinem Rechenschaftsbericht in der Jahreshauptversammlung würdigte der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Klaus Sanzenbacher die Gründung der Jugendgruppe "Vogelfreunde" in Marktbreit und die Durchführung von drei Vogelstimmenwanderungen, die sich großer Beliebtheit erfreuten.
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Helmut Scherf Foto: LBV-Archiv

In seinem Rechenschaftsbericht in der Jahreshauptversammlung würdigte der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Klaus Sanzenbacher die Gründung der Jugendgruppe "Vogelfreunde" in Marktbreit und die Durchführung von drei Vogelstimmenwanderungen, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Ein gemeinsamer Ausflug mit der Kreisgruppe Würzburg führte in den Spessart mit Besichtigung nationalparkwürdiger Naturschutzgebiete.

Der Fotowettbewerbs "Insekten" sei ebenso erfolgreich verlaufen wie die Mitarbeit im Aktionsbündnis "Artenschutz - Rettet die Bienen". Im vergangenen Jahr wurden 20 neue Mitglieder geworben, so dass sich der Mitgliederbestand der Kreisgruppe auf 308 beläuft.

Ortsvorsitzender Robert Endres berichtete von der Pflege von Distelfinken und Jungfalken. Für Wanderfalken wurde ein Nistkasten angebracht und das Storchennest in Geiselwind gereinigt.

Sanzenbacher ehrte teils langjährige und betagte Mitglieder: 50 Jahre: Gerhart Rüger (Gnötzheim); 40: Herbert Fuchs (Marktbreit); 30: Helmut Scherf (Kitzingen); 20: Doris Stallmann (Biebelried), Daniela Strigl (Iphofen); zehn Jahre: Werner Jackwert (Mainbernheim), Anneliese Nicola (Volkach), Eva Seufert (Sulzfeld), Petra Vandecar (Kitzingen), Claudia Veeh (Iphofen), Dietmar Worschech (Sulzfeld) und Egbert-Gymnasium (Münsterschwarzach).

Der Vorsitzende des Landesbundes Norbert Schäffer berichtete vom erfolgreichen Verlauf des Volksbegehrens zum Schutz von Insekten. Nun werde das Ergebnis und der bereits vorliegende Gesetzestext am runden Tisch nachbehandelt und der Landtag müsse entscheiden. Lehne er ab komme es zum Volksentscheid, oder aber die Regierung lege einen Alternativtext vor.

Schäffer beklagte, dass das Volksbegehren bei den Landwirten oftmals falsch verstanden werde, denn Vorgaben wie zehn Prozent der Wiesen- und Blühflächen erst nach dem 15. Juni zu mähen sei eine Sollvorgabe. Dazu könne der Staat verlustausgleichende Angebote unterbreiten, damit die Mahd erst später erfolgt. Schäffer zeigte sich überzeugt, dass das Gesetz auch der Landwirtschaft helfen werde. Er räumte ein, dass die Landwirtschaft wegen des wachsenden Umweltinteresses der Bevölkerung unter Druck stehe, stellte aber gleichzeitig fest, dass Landwirte nicht darunter leiden sollten.

In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich Werner Kuhn aus Güntersleben mit Überlegungen, ob und wie sich Landwirtschaft und Artenschutz grundsätzlich vertragen. Er zeigte auf, dass mit ausgesuchten Maßnahmen in der Landwirtschaft im Artenschutz sehr viel zu bewirken sei. Aber auch, dass den vorhandenen vielfältigen Möglichkeiten viel zu oft vom Gesetzgeber verordnete Vorgaben entgegen stünden, deren Nichtbeachtung zu Einkommensverlusten bei den Bauern führen können. Daher sei die vielfach gezeigte ablehnende Haltung der Bauern nachvollziehbar.

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