„Das wird eine schnelle Versammlung, in gut einer halben Stunde sind wir fertig!“, meinte Dietmar Steiner, stellvertretender Vorsitzender des Schwarzacher Siedlervereins. Doch da kannte er seine debattierfreudigen Mitglieder schlecht. Unter dem Punkt „Sonstiges“ gab es während der Generalversammlung am Samstag lange und heftige Diskussionen um Sinn und Zweck der bisherigen Vereinsehrungen.

Steiner blickte zunächst auf das vergangene Jahr zurück. Die angebotenen Veranstaltungen wurden dabei durchwegs gut angenommen. So begann das Jahr traditionell im Januar mit der Winterwanderung. Beim Marktfest im Mai versorgten die Siedler die Gäste mit Essen und Getränken.

Der Höhepunkt des Jahres war das Siedlerfest am 11. Juni. „Ein voller Erfolg“, so Steiner, der auch dem neuen Festplatz geschuldet sei. Denn die Siedler feierten nicht wie gewohnt auf dem Bauhofgelände, sondern vor dem Sportheim des SV Stadtschwarzach. Gutes Wetter und Livemusik zogen so viele Besucher an wie lange nicht mehr. Deshalb beschloss der Vorstand, auch 2012 wieder am Sportplatz zu feiern. Ein herzlicher Dank ging an den SVS. Guten Anklang fanden auch der Jahresausflug im September nach Eberstadt, eine Herbstwanderung im Steigerwald, das Kesselfleischessen und die Weihnachtsfeier.

Ehrungen ohne Geehrte?

Der Verein bietet seinen Mitgliedern mehr, als nur gemeinsame Heizölbestellungen, Rabatte und günstige Versicherungen. Dennoch sind viele der Häuslebauer wohl gerade deshalb bei den Siedlern und ansonsten eher „passive“ Mitglieder. Das zeigte sich auch an den anschließend geplanten 52 Ehrungen langjähriger Mitglieder. Es waren trotz rechtzeitiger persönlicher Einladung nur 22 davon anwesend und nur wenige entschuldigt.

Nachdem der Verein ab zehn Jahren Mitgliedschaft in 5-Jahres-Abständen ehrt, nimmt die Zahl der Ehrungen ständig zu. Die Kosten dafür lagen 2012 im mittleren dreistelligen Bereich, obwohl es für die zu Ehrenden „nur noch“ ein Weinpräsent und eine Urkunde gab. Damit zehren diese Ausgaben einen Großteil der das Jahr über errungenen Erlöse auf.

Die Frage des Vorstandes, ob man wegen der doch recht hohen Kosten die Zahl der Ehrungen reduzieren sollte, löste eine gut halbstündige teils heftig geführte Diskussion aus. Die geäußerten Meinungen reichten vom Vorschlag, trotzdem alles so zu belassen, wie es derzeit sei, über eine radikale Ausdünnung der Ehrungen bis zur Idee, nur noch die Mitglieder zu ehren, die persönlich bei der Generalversammlung anwesend seien. „Wem die Mitgliedschaft bei den Siedlern nicht einmal das Erscheinen wert ist, der hat auch kein Geschenk verdient!“, war eine der oft geäußerten Stimmen.

Votum für weniger Ehrungen

Steiner ließ alle Redner zu Wort kommen und bat dann um ein Votum. Die Mehrheit der Anwesenden (21 Stimmen) sprach sich für Ehrungen erst ab 25 Jahren Mitgliedschaft aus, ebenfalls zahlreiche Befürworter (13) erhielt die Variante nur 10, 25, 40 und 50 Jahre auszuzeichnen. Lediglich fünf Anwesende wollten alles so belassen, wie es bisher war.

Ein ähnliches Stimmungsbild ergab sich bei der nächsten Baustelle des Vorstands: 84 Geburtstagsbesuche brachten die Verantwortlichen an den Rand der Leistungsfähigkeit. Hier schlug die Versammlung dem Vorstand vor, künftig nur noch Mitglieder zu besuchen, die runde Geburtstage jenseits der 65 feiern. Bislang wurde bereits ab 50 Jahren regelmäßig gratuliert.

Einer Bitte der auswärtigen Mitglieder um zeitnahe und direkte Informationen, versprach der Vorstand gerne nachzukommen. Denn wer außerhalb Schwarzachs wohnt, bekommt die im Mitteilungsblatt bekannt gegebenen Veranstaltungen sonst möglicherweise nicht mit.

Für zehn Jahre Treue zum Siedlerverein wurden Emma Blaß, Christian Götz, Karl-Heinz Karg, Andreas Kieser, Helmut Klos, Claudia Mahler, Stefan Müsch, Stefan Schielke und Günther Schmidt ausgezeichnet. 15 Jahre sind Karl Blass, Rita Blass, Werner Graber, Wolfgang Lange, Michael Lukacz, Herbert Mack, Rolf Poschet, Walter Röll, Volker Schmitt, Wilfried Schön und Georg Troll bei den Siedlern.

Geehrt für 20 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Anna Fell, Dr. Klemens Kleinschnitz, Helga Pfeiffer und Ida Wendel. Seit 25 Jahren sind Inge Amthor, Walter Bedenk, Wilhelm Bedenk, Eckard Bier, Grete Blass, Wilhelm Blaß, Margarethe Gambel, Maria Hering, Franz Kleinschnitz, Alfred Mey, Werner Schwanfelder und Wolfgang Weber dabei.

Für 30 Jahre Treue wurden Elvira Bäuerlein, Hermann Beck, Heinrich Dees, Ludwig Eschenbacher, Bruno Feser, Herbert Gier, Walter Götz, Walter Link, Hans Löb, Magdalena Möslein, Agnes Öttinger, Robert Röll, Ludwig Schamberger und Willi Ungemach ausgezeichnet. Seit der Vereinsgründung vor 35 Jahre sind Eduard Kieser und Ruppert Strobel bei den Schwarzacher Siedlern.