Fritz Rauchbar aus Mainstockheim feierte am Samstag bei bester Gesundheit seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar ist in Mainstockheim geboren, gemeinsam mit einer Schwester dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat später den Bauernhof und Weinbaubetrieb seiner Eltern übernommen.

1942 wurde er zur Wehrmacht nach Fürth eingezogen und war an verschiedenen Fronten in Europa eingesetzt. 1944 geriet Rauchbar in Italien in amerikanische Gefangenschaft. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA musste Rauchbar in Frankreich zunächst im Bergwerk arbeiten und wurde 1948 schließlich aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

1950 heiratete er seine Frau Elsa, geborene Dorsch. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Elsa Rauchbar starb 1998. 2003 erfolgte die Aufgabe der Landwirtschaft.

Die Flächen sind, bis auf einen Weinberg, den Rauchbar noch immer gerne selbst pflegt, verpachtet.

Dass sich am Samstag die Gratulanten die Klinke in die Hand gaben, verwundert nicht, denn das Geburtstagskind engagierte sich in seiner Heimatgemeinde wie kaum ein anderer. Rauchbar gehört seit deren Gründung den Freien Wählern an, saß 30 Jahre im Gemeinderat und war, von 1990 bis zu seinem Ausscheiden 1996 Zweiter Bürgermeister. „Vereidigt hat mich damals Landrat Oskar Schad“, erinnert er sich. Vier Bürgermeister und drei Landräte hat er in seiner Amtszeit erlebt.

Rauchbar ist Ehrenmitglied im Turnverein Mainstockheim, war 25 Jahre lang Obmann beim bayerischen Bauernverband, wurde 1951 Feldgeschworener, war von 1969 bis 1994 Vorstand im Feldgeschworenenverband und trägt den Titel Ehrensiebener. Daneben ist Rauchbar Mitglied bei den Kriegerkameraden, saß lange Zeit im Vorstand des Weinbauvereins und im Kirchenbeirat.

Den meisten Mainstockheimern ist das Geburtstagskind als die Weinsymbolfigur „Gumpertus“ in Erinnerung. Eine Rolle, die er auf unnachahmliche Weise von 1979 bis 1996 spielte und in die er auch 2012 noch einmal schlüpfte.

Rauchbar geht gerne spazieren. „Ich hab seither Ecken in Mainstockheim entdeckt, die ich vorher nie kannte“, sagt er. Gerne besucht er Freunde und seit der Wiedereröffnung des Gasthauses „Goldner Löwe“ den Sonntagsstammtisch. „Früher gab es keinen Sonntag ohne Schafkopfen“ erzählt der Jubilar.

Zum Geburtstag gratulierten am Samstag neben den Töchtern und Schwiegersöhnen fünf Enkel, drei Urenkel, Freunde, Nachbarn, Vereinskameraden sowie Landrätin Tamara Bischof (rechts) und Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs (links).