Strom wird bundesweit teurer – und die Erhöhung greift auch im Landkreis. 4,64 Cent (brutto) pro Kilowattstunde haben die Kunden der Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen (LKW) ab Jahresanfang 2013 mehr zu bezahlen.

Bei der Unterfränkischen Überlandzentrale Lülsfeld (ÜZ), die im Norden des Landkreises den „Saft“ in die Steckdose schickt, sind es 4,3 Cent. Beide Unternehmen präsentierten die Verteuerung in getrennten Pressekonferenzen.

Vor allem die Mehrkosten der Energiewende, aber auch das Preisgeschenk für die energieintensiven Unternehmen haben den im Dreifach-Jubiläumsjahr von der LKW eingefrorenen Strompreis das Ende bereitet. Beide Umlagen seien deutlich gestiegen und auch das Geld, das die LKW an ihren Netzbetreiber zahlen müsse, schlage durch, erklärte am Donnerstag Geschäftsführer Peter Tiefenthaler. Nicht billig ist auch der Ausbau des eigenen Netzes (415 Kilometer), der durch immer neue Windkraft- und Photovoltaikanlagen in der Region nötig wird.

160 Euro mehr pro Jahr

Der Durchschnitts-Haushalt (3300 Kilowattstunden im Jahr) muss laut Tiefenthaler 2013 rund 160 Euro mehr aus der Haushaltskasse holen. Bei der ÜZ geht es laut Pressemitteilung um 175 Euro, berechnet auf 4000 Kilowattstunden. Beide Versorger gehen von weiteren Verteuerungen über Umlagen und Abgaben aus: Die neuen Preise werden nur bis Jahresende 2013 garantiert.

„Es muss klar sein, dass das nicht das Ende ist.“ LKW-Marketingleiterin Silke Sycha spricht Klartext. Und betont, wie gering der Einfluss des Kitzinger Versorgers auf die Preisgestaltung ist. Man gebe momentan nur das eins zu eins weiter, was über Steuer-, Abgaben- und Umlagenerhöhungen auf den Preis drücke – inzwischen gebe es hier sieben Abgaben- und Umlageposten und obendrauf die Mehrwertsteuer.

Der Strompreis zeigt seit vielen Jahren nach oben. Ausnahme war 2010. Da senkte die LKW den Preis, um ein Jahr später die Rechnung um rund sieben Prozent zu erhöhen. 2012 gab's dann das Jubiläums-Geschenk für die 15 000 Kunden, die zufrieden zum Versorger N-ergie schauen konnten, der ab März in 24 Gemeinden und zwei Ortsteilen rund sechs Prozent teurer wurde.

Die gute Nachricht aus dem Hause LKW: Der Gaspreis bleibt laut Tiefenthaler „über die Heizperiode hinweg“ stabil. Keine Verteuerung bis Mitte 2013 sei auch beim Wasserpreis zu erwarten, obwohl die LKW noch beim Kalkulieren sei. Dass danach ein Drehen an der Preisschraube wahrscheinlich ist, machte Prokurist Roger Lindholz deutlich. Die LKW müssten schließlich noch Brunnen an der Mainstockheimer Straße und in der Klinge erneuern. Die Kosten des Ausbaus zugunsten des Trinkwassers müssten dann auf die Kunden umgelegt werden.

Die Informationen der LKW zur Strompreiserhöhung gehen jetzt an die Kunden. Bei Nachfragen: Kundenzentrum Wörthstraße 5 oder unter Tel. (0 93 21) 101 333 und im Internet www.lkw-kitzingen.de