Wiesenbronn

Viel Holz auf dem Markt

Im Freien tagte der Wiesenbronner Gemeinderat am Dienstagabend. Hauptthema waren der Gemeindewald und das Holz, das aufgrund von Trocken- und Käferschäden eingeschlagen werden musste. Die großen Polder mit Fichtenstämmen, der derzeit hinter dem Koboldsee gelagert sind, sah Revierförster Andreas Hiller auch als ein Zeichen des Klimawandels: "Solche Mengen an Schadholz hat es in Wiesenbronn noch nicht gegeben". 549 Festmeter sind zu 80 Prozent auf die extremen Trockenschäden des vergangenen Jahres und zu 20 Prozent auf den Borkenkäfer zurückzuführen, wie er erklärte.
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Viel Fichtenholz musste aufgrund von Trocken- und Käferschaden im Wiesenbronner Gemeindewald eingeschlagen werden. Gelagert ist es auf einem Platz hinter dem Koboldsee, um genügend Abstand zum Wald wegen der Borkenkäferausbreitung zu haben Foto: Winfried Worschech

Im Freien tagte der Wiesenbronner Gemeinderat am Dienstagabend. Hauptthema waren der Gemeindewald und das Holz, das aufgrund von Trocken- und Käferschäden eingeschlagen werden musste. Die großen Polder mit Fichtenstämmen, der derzeit hinter dem Koboldsee gelagert sind, sah Revierförster Andreas Hiller auch als ein Zeichen des Klimawandels: "Solche Mengen an Schadholz hat es in Wiesenbronn noch nicht gegeben". 549 Festmeter sind zu 80 Prozent auf die extremen Trockenschäden des vergangenen Jahres und zu 20 Prozent auf den Borkenkäfer zurückzuführen, wie er erklärte.

Immer häufigere heiße und trockene Sommer seien auch die Ursache dafür, dass manche Baumarten an ihre Grenzen stoßen, "vor allem die Fichte". Dass die Holzpolter hinter dem Koboldsee gelagert ist, hat nach den Worten des Revierförsters seinen Grund darin, dass die Gemeinde einen staatlichen Zuschuss erhält, wenn das Holz weiter als 500 Meter vom Wald entfernt gelagert wird, damit der Borkenkäfer sich nicht über noch stehende Stämme hermacht.

Zur Vermarktung war zu hören, dass das Holz noch als Bauholz genutzt werden könnte, manche Stämme aber schon eher für Paletten genommen werden müssten, deren Preis allerdings derzeit im Keller ist. Da viele Kommunen Holz aus den genannten Gründen einschlagen müssen, besteht ein Überangebot auf dem Holzmarkt "und dementsprechend schwierig ist es, das Holz an den Mann zu bringen". Als Brennholz ist Fichte zudem nicht gefragt. "Die Leute wollen zum Heizen Eichen- und Buchenholz" erklärte Bürgermeisterin Doris Paul dazu.

Bei einem Halt im Wald wurde eine Fläche in Augenschein genommen, die nach dem Einschlag der Fichten mit Edellaubholz aufgeforstet und mit einem Zaun gegen Wildverbiss geschützt wurde. Zu den Setzlingen gehörten auch Speierling und Elsbeere, während die Buche auf der freien Fläche doch gewisse Startprobleme hat, "da sie am besten unterm Schirm älterer Bäume gedeiht". Um dem Klimawandel zu begegnen, sei das beste, sich bei den Laubbaumarten möglichst breit aufzustellen, "Da gehört zum Beispiel auch die amerikanische Roteiche dazu", wie der Förster erklärte.

Wichtig auch die Pflege der Jungkulturen, wenn nach der Entnahme von Fichten oder anderen Nadelbäumen auf freier Fläche gepflanzt werde. Bei weiteren Haltestellen ging es auch um Biotopbäume, die vom Staat bezuschusst werden und Höhlenbrütern oder Fledermäusen einen Unterschlupf bieten. Die Gemeinde Wiesenbronn beteiligt sich übrigens am Vertragsnaturschutzprogramm und fördert damit die Artenvielfalt.  

Dass dem Wald nicht nur Schaden durch Hitze und Trockenheit droht, zeigte sich an einigen Eichen, an denen sich Schwammspinnerraupen auf dem Weg nach oben machten. An manchen Eichen mit lichteren Kronen war zu sehen, dass die Raupen da schon zu Gange waren.

Bei der Ratssitzung im Freien ging es auch um die Biogasanlage von Heinrich Düll, die einen Sicherheitswall in Form eines Erdwalls um die Rückhaltebecken erhalten muss.  Bürgermeisterin Doris Paul informierte dazu, dass das Vorhaben von der Fachstelle Umweltschutz und Wasserrecht im Landratsamt überprüft werden muss und dass die Becken eine Lehmschicht im Untergrund erhalten müssen, "da es auch um den Schutz des Grundwassers geht, da der bisherige nicht ausreichend ist".

Anton Hell sprach sich dafür aus, noch keine Entscheidung in Sachen Sicherheitswall zu treffen, da er noch Informationen brauche auch bezüglich des Volumens in den Biogasbehältern, "da sind noch viele Fragezeichen". Er stellte den Antrag, den Beschluss erst in der nächsten Sitzung zu treffen. Harald Höhn wollte wissen, auf welche Art und Weise die Becken dicht gehalten werden sollen, "da es um das Grundwasser geht".

Was genau von der Fachstelle im Landratsamt noch überprüft werden müsse, wollte die Bürgermeisterin geklärt wissen. Mit vier gegen zwei Stimmen beschloss das Ratsgremium, die Entscheidung zum Vorhaben in der Biogasanlage erst in der nächsten Sitzung zu treffen.

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