MAINBERNHEIM

Viel Geld mit Bedacht ausgeben

Reine Formsache war am Donnerstag in der Sitzung des Mainbernheimer Stadtrates die Verabschiedung des Haushaltes 2015. Nachdem die Fraktionen bereits in der Januar-Sitzung ihre Vorschläge eingebracht hatten und der Vorabentwurf am 12. Februar (wir berichteten) nach gut zweistündiger Diskussion einstimmig gebilligt worden war, gingen die Hände unisono nach oben, nachdem Bürgermeister Peter Kraus seinen Beschlussvorschlag vorgelesen hatte.
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Defizitär: Der Friedhof ist ein Wahrzeichen Mainbernheims, das stolz macht, aber auch in 2015 wieder viel Geld kosten wird. Foto: Foto: Timo Lechner

Reine Formsache war am Donnerstag in der Sitzung des Mainbernheimer Stadtrates die Verabschiedung des Haushaltes 2015. Nachdem die Fraktionen bereits in der Januar-Sitzung ihre Vorschläge eingebracht hatten und der Vorabentwurf am 12. Februar (wir berichteten) nach gut zweistündiger Diskussion einstimmig gebilligt worden war, gingen die Hände unisono nach oben, nachdem Bürgermeister Peter Kraus seinen Beschlussvorschlag vorgelesen hatte.

Mit rund 7,3 Millionen Euro (Vergleich 2014: 5,7 Millionen) ist der Etat 2015 der schwerste in der Mainbernheimer Geschichte. Dieses Plus resultiert aus dem niedrigen Steueraufkommen des Jahres 2013, wodurch Mainbernheim durch den Kommunalen Finanzausgleich rund 400 000 Euro mehr an Schlüsselzuweisungen erhält. Und auch die Kreisumlage sinkt um etwa eine Viertelmillion Euro. Bürgermeister Peter Kraus mahnte aber zum sorgsamen Umgang mit den Mitteln, da man bereits die Umlage- und Steuerkraft 2016 im Auge haben muss.

Optimistischer Bürgermeister

Nicht zuletzt steckt im Vermögenshaushalt ein dicker Kredit in Höhe einer halben Million, den die Stadt für die Sanierung der Anwesen Schulgasse 5 und 7 aufgenommen hat, wo das in der Bevölkerung teils sehr kritisch aufgenommene Projekt Radlerherberge entstehen soll. Bürgermeister Kraus zeigte sich jedoch optimistisch: „Ich glaube, dass der Radfahrtourismus noch zulegen wird und wir deshalb mit der Radlerherberge eine Attraktion zu bieten haben, die sich positiv auf die touristische Entwicklung Mainbernheims auswirken wird.“

  • Standpunkt: Radlerherberge kritisch beäugt

Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 772,52 Euro (Vergleich 2014: 597,76 Euro) pro Einwohner. Der bayernweite Durchschnitt liege bei 693 Euro, so Kraus, womit die Zahl für Mainbernheim noch vertretbar wäre. Gleichwohl müsse das Ziel sein, die Einwohnerzahl zu erhöhen.

Sparen ist anderswo angesagt, zum Beispiel bei den Ausgaben für Energie. Die Straßenbeleuchtung wird sukzessive auf LED-Technik umgestellt. Die Stromkosten für die Mehrzweckhalle wurden durch eine Umstellung des Vertrages mit dem Lieferanten zumindest in Schach gehalten, weitere Aufwendungen für den Unterhalt des Gebäudes sollen auf den Prüfstand kommen. In Sachen Straßenbau will es die Stadt, wo möglich, gar nicht so weit kommen lassen und rechtzeitig Straßen und Gehwege reparieren, bevor die große Lösung teuer wird. Beobachten will die Verwaltung, inwieweit überhaupt noch von der Bevölkerung Straßenausbaubeiträge erhoben werden müssen, wenn Gemeinden wie München oder Würzburg hiervon künftig bereits Abstand nehmen.

Etwa 3700 Euro kostet die Verkehrsüberwachung. „Wir wollen damit aber auch kein Geschäft machen. Der Aufwand lohnt sich, um die Parkmoral zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, sagte Kraus.

Defizitär ist naturgemäß das Bestattungswesen, nachdem man die Grabnutzungsgebühren nicht so hoch ansetzen könne, dass sie kostendeckend sind. Jedoch nehme der Friedhofsförderverein der Stadt viel Arbeit und damit auch Kosten ab, so der Bürgermeister.

Freuen darf sich in Mainbernheim der Nachwuchs: Rund 200 000 Euro gibt man für die Schulen aus, etwa 150 000 Euro gehen an den Kindergarten, rund 14 000 Euro sind für das Jugendhaus veranschlagt, dessen Boden gemacht werden muss. 10 000 Euro sind für die Unterstützung des Sports im Haushalt eingestellt, 18 000 Euro werden als freiwillige Leistungen an Vereine und Organisationen ausgegeben.

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