MAINBERNHEIM

Viel Geld für totes Holz

Gute Nachricht für den Wald und die Stadtkasse: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gewährt für Maßnahmen zu Biotopbäumen und Totholz 43 615 Euro.
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Auch wenn der Name „Totholz“ nichts Lebendiges verheißt, bieten solche Bäume wichtigen Lebensräume. Foto: Foto: Timo Lechner

Hatte der Stadtrat Mainbernheim in seiner Oktobersitzung noch den Forstbetriebsplan für das kommende Jahr besprochen und darin ein Minus festgestellt, kam wenige Wochen später schon wieder eine gute Nachricht für den Wald und die Stadtkasse: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gewährt für die beantragten Maßnahmen zu „Biotopbäumen“ und „Totholz“ stolze 43 615 Euro, die bereits in wenigen Wochen überwiesen werden sollen.

Biotopbäume sind alte beziehungsweise seltene Laub- und Nadelbäume, die besondere Höhlen, Wuchsanomalien, Bruchstellen oder abgestorbene Bereiche besitzen. Sie bilden im Ökosystem Wald ein Mikrohabitat mit spezifischen Eigenschaften für unterschiedliche Arten und erhöhen so die Biodiversität im Wald. Förster Achim Volkamer hatte 291 solcher Bäume aufgenommen und markiert.

Daneben wurden 27 Totholzbäume als solche deklariert. Als Totholz bezeichnet man sowohl einzelne tote Äste an einem alten Baum wie auch abgestorbene, stehende oder umgefallene Bäume oder Teile davon. Dort leben holzfressende Insekten und solche, die als Zweitbesiedler die entstandenen Höhlen und Gänge für ihre eigenen Bruten nutzen, ohne sich vom Holzsubstrat zu ernähren. Beispiele sind Wildbienen- oder Wespenarten, Fliegen- und Mückenlarven. Aber auch in den Bohrgängen wachsende Pilz- und Bakterien ernähren sich von abgestorbenem Material und Insektenkot. Baumschwämme an totem Holz wiederum beherbergen spezialisierte Käfer und Fliegen. Von diesen Holzbewohnern hängen auch viele räuberische und parasitische Insekten ab.

Volkamer hatte sich auch um die Anmeldung der Förderung gekümmert. Die Biotopbäume dürfen in den kommenden zwölf Jahren nicht gefällt werden, im selben Zeitraum müssen Totholzbäume auf der Fläche belassen werden.

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