LANDKREIS KITZINGEN

Viel Ärger mit dem Digitalfunk

Roland Eckert (55) kümmert sich im Landratsamt als Sachgebietsleiter um Wirtschaftsförderung, Tourismus und ÖPNV. Seit 1997 bekleidet er das Amt des Kreisbrandrates (KBR), für das der Bimbacher der Dienstversammlung der Feuerwehren am 27. Februar in Prichsenstadt noch einmal kandidiert.
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Roland Eckert möchte für weitere sechs Jahre Kreisbrandrat bleiben. Foto: Archiv-Foto: Weiskopf

Roland Eckert (55) kümmert sich im Landratsamt als Sachgebietsleiter um Wirtschaftsförderung, Tourismus und ÖPNV. Seit 1997 bekleidet er das Amt des Kreisbrandrates (KBR), für das der Bimbacher der Dienstversammlung der Feuerwehren am 27. Februar in Prichsenstadt noch einmal kandidiert.

Frage: Wie viele Feuerwehren gibt es im Landkreis?

Roland Eckert: 103 Freiwillige Feuerwehren sowie drei Werkfeuerwehren.

. . . und wie viele Feuerwehrmänner?

Eckert: Insgesamt sind es um die 3200 Feuerwehrdienstleistende.

Der Frauenanteil liegt bei . . .

Eckert: . . . zehn Prozent.

Was haben die Feuerwehren im Kreis vergangenes Jahr geleistet?

Eckert: Es gab 252 Brandeinsätze, 379 technische Hilfeleistungen, 64 Sicherheitswachen nach Feuerwehrgesetz und 132 Fehlalarmierungen.

Die Aufgaben eines Kreisbrandrates sind . . .

Eckert: . . . nie langweilig. Es gibt auch nach vielen Jahren immer wieder neue Aufgabenstellungen. Vergangenes Jahr war dies beispielsweise die Mitwirkung aus Sicht des abwehrenden Brandschutzes bei der Unterbringung einer großen Zahl von Flüchtlingen und Asylberwerbern.

Wie wird man Kreisbrandrat?

Eckert: Ich bin, wie man so schön sagt, in die Aufgabe hineingewachsen. Mein Vorbild war der ehemalige Kommandant der Feuerwehr Iphofen, Franz Woda. Er hat mich gefördert und unterstützt. Auf seine Veranlassung hin wurde in Iphofen die Atemschutzwerkstatt für den Landkreis eingerichtet. 1988 wurde ich auf seinen Vorschlag Kreisbrandmeister für den Atemschutz. 1991 wurde ich zum Kreisbrandinspektor für den östlichen Landkreis bestellt. Nachdem 1996 der damalige Kreisbrandrat Horst Biegner leider sehr früh verstorben ist, wurde ich 1997 zu seinem Nachfolger gewählt.

Ich stelle mich erneut zur Wahl, weil . . .

Eckert: . . . ich gute Mitstreiterinnen und Mitstreiter habe. In allen Feuerwehren sind engagierte Leute da, die sich für ihre Feuerwehr einsetzen. Nur mit der Unterstützung aller kann 'unsere' Feuerwehr funktionieren. Meine Kollegen der Landkreisführungsdienstgrade sind eine wichtige Säule meiner Tätigkeit, weil sie für mich an der Basis arbeiten und so den Kontakt zu allen Feuerwehrleuten aufrechterhalten.

Wo drückt derzeit am meisten der Schuh?

Eckert: Aktuell sind wir mit der Einführung des Digitalfunks stark beschäftigt. Dauerthema ist auch die Alarmplanung und deren Umsetzung.

Das bleibt mir von 2014 in unangenehmer Erinnerung . . .

Eckert: Der Ärger mit der Verga-be des Digitalfunks. Wir mussten die Ausschreibung zweimal wiederho-len und ein Überprüfungsverfah-ren über zwei Instanzen durchführen.

Was bleibt in angenehmer Erinnerung?

Eckert: 2014 war ein eher ruhiges Jahr, wir wurden von größeren Einsätzen verschont. Letztendlich war auch positiv, dass wir 2014 das Vergabeverfahren Digitalfunk erfolgreich abschließen konnten.

Sie müssen immer erreichbar sein. Wie ist so ein Leben mit einem Piepser?

Eckert: Für meine Familie und mich ist das seit langem Routine. Ich glaube, er gehört mittlerweile zu meinem Leben dazu.

Wann sind Sie mal nicht im Dienst?

Eckert: Auch ich bin mal krank, habe Urlaub oder bin aus beruflichen Gründen unterwegs. Für all diese Fälle habe ich meine drei Kreisbrandinspektoren als Vertreter. Mindestens einer von uns ist immer da.

Was steht 2015 an?

Eckert: Die Einführung des Digitalfunks und die damit verbundenen Aufgaben hinsichtlich Schulung und Ausbildung der Feuerwehrleute.

Die Wertschätzung für die Feuerwehr in der Bevölkerung ist . . .

Eckert: . . . nach wie vor sehr hoch.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Eckert: Die Feuerwehren, die sich aktiv um Jugendliche kümmern, haben keine Probleme. Daher danke an alle diejenigen, sie sich in irgendeiner Weise um die jungen Menschen kümmern. Jugendarbeit macht Spaß, es lohnt sich mitzumachen. Nachdem ich selbst Jugendwart war, kann ich dies aus eigener Erfahrung bestätigen.

Wenn ich als KBR einen Wunsch frei hätte, würde ich . . .

Eckert: . . . gerne so wie in den vergangenen Jahren mit allen Feuwehrfrauen und Feuerwehrmännern meine Tätigkeit fortführen. Wenn ich noch einmal gewählt werde, trete ich meine letzte Amtszeit an. Die Wahlperiode beträgt sechs Jahre. Wenn ich gesund bleibe und durchhalte, bin ich dann 62 Jahre alt und habe 48 Feuerwehrdienstjahre hinter mir. Nachdem derzeit mit 63 Jahren der aktive Dienst endet, gehe ich dann in 'Feuerwehrruhestand'.

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