"Das ist eine gute Idee und eine einmalige Chance für eine dauerhafte Sache", sagte Schwarzachs Bürgermeister Lothar Nagel in der Gemeinderatssitzung am Dienstag zum neuen Media-Guide-Projekt der Volkacher Mainschleifen-Gemeinden. "denk-mal-route" heißt das moderne Konzept für die Gäste der Region, die sich mit ihrem Smartphone vor Ort über die Sehenswürdigkeiten informieren können.
Nagels Meinung teilten alle Ratsmitglieder und stimmten für den Media-Guide, ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Volkach und Bad Kissingen. Mit zwei Stationen will Schwarzach seine Besucher begeistern und sie darüber detailliert informieren. Eine Stele soll vor der Abtei Münsterschwarzach über das Benediktiner-Kloster und seine Bewohner informieren. Über Smartphones, die auch bei der Tourist-Information ausgeliehen werden können, erhält der interessierte Gast eine Videosequenz zugespielt. Als zweite Station des Projekts in Schwarzach wünscht sich der Gemeinderat eine Tafel auf dem Marktplatz in Stadtschwarzach, möglichst vor dem historischen Rathaus. Über das Handy bekommt der Gast dort eine Au-diosequenz mit den Details zu sehenswerten Punkten in der Gemeinde zu hören. Insgesamt 4500 Euro wird das Projekt die Gemeinde kosten. 60 Prozent der Nettokosten fließen aus Zuschussmitteln der Europäischen Union wieder zurück in den Gemeindesäckel.

Maximal 90 Sekunden Video


Laut Tourismuschef Marco Maiberger (Volkach), der dem Gremium das Projekt vorstellte, kostet der Media-Guide Volkach und Bad Kissingen etwa 120 000 bis 140 000 Euro. An der Mainschleife sitzen bereits Stammheim, Astheim, Vogelsburg, Escherndorf, Nordheim, Sommerach, Obervolkach, Krautheim, Volkach, Fahr, Obereisenheim, Wipfeld und jetzt Schwarzach mit im futuristischen Gästeboot. An bislang insgesamt 17 Stationen erhalten die Besucher geschichtliche Erläuterungen und Bilder. Die Videos sollen laut Maiberger kurz und prägnant sein und nicht länger als 90 Sekunden dauern. Eine eigene Route wird für die Volkacher Altstadt gefahren, mit acht Stationen.
Die "denk-mal-route" ist ein europäisches Leader-Projekt mit dem Ziel, gemeinsam touristische Rundgänge interaktiv zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht laut Maiberger der Kooperationsgedanke, den sich Volkach und Bad Kissingen auf die Fahne geschrieben haben. Am Ende der Smartphone-Präsentationen wird dabei immer auf den Kooperationspartner und seine Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Volkach und Bad Kissingen seien Ankerpunkte der Bayerischen Landesausstellung "Wasser und Meer" 2013 in Schweinfurt. Dort kooperieren die beiden Städte im Tourismusbereich. "Es ist die erste intensive Main-Saale-Tourismus-Partnerschaft", sagte Maiberger.
Regionsübergreifend gesehen sei es das Ziel, die touristischen Beziehung zwischen der Rhön und dem fränkischen Weinland durch die Zusammenarbeit zweier Hauptanziehungspunkte weiter zu vertiefen. Im Rahmen des Projekts soll eine gegenseitige Bewerbung der "denk-mal-route" als Grundvoraussetzung für eine intensive Zusammenarbeit installiert werden. Beide Städte wollen vorhandene Ausflugsziele durch zeitgemäße technische Mittel aufwerten. "Durch die Einrichtung einer multimedialen Präsentation der einzelnen Routen-Standorte wollen wir neue Zielgruppen für den Kulturtourismus begeistern", so der Leiter der Volkacher Tourist Info.
Vor ihrer Entscheidung gab Maiberger den Ratsmitgliedern mit auf den Weg, dass wegen der EU-Förderung keine Möglichkeit besteht, sich zu einem späteren Zeitpunkt an dem Projekt zu beteiligen. Die Beteiligung müsse vor Einreichen des Zuwendungsantrags klar sein.
Erstellt werde der Führer von professionellen Unternehmen, welche auch die Audio- und Videoaufnahmen machen. Vier Anbieter seien momentan im Gespräch. Wer den Zuschlag bekommt, stehe noch nicht fest, so Maiberger.
Einigkeit herrschte im Gremium darüber, dass Schwarzach mit auf den touristischen Zug aufspringen sollte. Josef Wächter (CSU) und Johanna Sendner (FCW) schlugen vor, neben dem Kloster eine zweite Station in Schwarzach einzurichten, an der auch auf die Highlights in den Ortsteilen eingegangen werden soll. Nachdem sich auch Nagel für zwei Schauplätze aussprach, war die einhellige Entscheidung die logische Konsequenz.