Wiesentheid
Austausch

Verständigung klappt spielerisch

13 Wiesentheider Schüler machten sich zu einem ungewöhnlichen Ziel auf: In der Ukraine bekommen sie hohe Wertschätzung zu spüren.
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Ein Mix aus Englisch und Deutsch macht's möglich! Die Jugendlichen verstehen sich - zur Not auch mit Gesten.
Ein Mix aus Englisch und Deutsch macht's möglich! Die Jugendlichen verstehen sich - zur Not auch mit Gesten.
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"Es war die Erfahrung wert!" Das ist die einhellige Meinung der Schüler der 10. und 11. Klasse des Steigerwald-Landschulheims Wiesentheid, die sich sich auf den Weg in ein Land gemacht hatten, das den meisten Menschen nur dem Namen nach bekannt ist. Sie besuchten im Rahmen des Schüleraustausches, der 1999 ins Leben gerufen worden war, Nowograd-Wolhynsk, eine Stadt in der Ukraine mit 55 000 Einwohnern.

Ein Linienbus kutschierte die 14 Schüler von Nürnberg aus innerhalb von 26 Stunden 1500 Kilometer durch Polen bis in die Ukraine. Die Hauptstraßen, auf denen sich der Bus bewegte, waren einigermaßen gut befahrbar. Die Autobahn zwischen Lemberg bis Kiew ist nagelneu - Dank der Fussball-Europameisterschaft 2012.

Am Ziel angekommen wurden sie schon von ihren Gastfamilien erwartet, deren Kinder im Nowograd-Wolhynsk das Gymnasium Lessja Ukrainka besuchen.
"Die Häuser in der Stadt sind nicht besonders schön hergerichtet, aber in den Wohnungen war alles picobello", berichtet Lavinia Appold über ihren ersten Eindruck.

Verständigt haben sich die Jugendlichen in Deutsch und Englisch. "Das klappte ganz gut", erzählt Leonie Houben. Wolf-Dieter Gutsch, der als betreuender Lehrer schon mehrere dieser Austauschbesuche miterlebt hat, erklärt, dass die Schüler dort als erste Fremdsprache Englisch und als zweite Fremdsprache dann verpflichtend Deutsch lernen. "Allerdings nur zwei Stunden pro Woche."

Dass die Ukraine dem Deutschtum noch sehr verbunden ist, merke man dort allenthalben. "Wenn man genauer hinschaut, erkennt man die Häuser und Plätze, wo einmal Deutsche gelebt haben", bestätigt Lehrer Reiner Rösel, der zum ersten Mal eine Gruppe begleitet hat. Die hohe Wertschätzung der deutschen Besuchergruppe sei ständig zu spüren gewesen. "Die Menschen auf der Straße blieben stehen, schauten und sprachen uns an."
"In der Schule wurden wir auch von vielen Schülern angesprochen, die gar nichts mit dem Austausch zu tun hatten", erzählt Stefanie Düll. Ganz oft wollte man sich mit ihnen fotografieren lassen.

Sogar in die Gebietsverwaltung wurden die jungen Besucher eingeladen. Und natürlich stand auch ein Besuch in der Landeshauptstadt Kiew auf dem Programm. Am Unterricht nahmen die deutschen Gymnasiasten auch teil, obwohl sie von der ukrainischen Sprache, dem "kleinrussischen Dialekt", nichts verstanden und auch die kyrillischen Schriftzeichen nicht entziffern konnten.

"Die Jugendlichen dort kommen total aufgestylt in Anzug und Kleidchen in die Schule", wunderte sich Patrick Seidel. "In manchen Fächern saßen sie ganz gerade da und meldeten sich ganz steif", erinnert sich Stefanie Düll. "Und in anderen Fächern lümmelten sie drin und hörten Musik über Kopfhörer", ergänzt Leonie lachend.

Einkaufen waren die Deutschen natürlich auch. "Aber ohne sprachkundige Begleitung ist man aufgeschmissen, ist ja alles kyrillisch beschriftet. Allein geht es nur im Supermarkt", berichtet Anke Buddenberg über ihre Erfahrungen.

Und wie war das Essen im fremden Land? "Gut, aber fettig!", fasst es Patrick Seidel zusammen. "Und Cola gab's auch", ergänzt Stefanie. "Wir aßen nicht in der Schule, sondern wurden jeden Mittag im besten Lokal der Stadt verköstigt", erzählt Rösel.

In den zehn Tagen in der Ukraine haben die Schüler vieles gelernt, was nicht auf dem Lehrplan einer 10. Klasse steht, was sie aber sicher fürs Leben geprägt hat. Freunde haben sie gefunden und drei der Jungs werden auf jeden Fall diese neue Freundschaft vertiefen. Sie werden im Sommer auf eigene Faust die Reise nach Nowograd-Wolhynsk antreten, um ihre neugewonnen Freunde wieder zu treffen.

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