KITZINGEN/MAINSONDHEIM
Kreis Kitzingen

Verrückter Streit um Frösche endet ohne Urteil

Einer der skurrilsten Prozesse am Kitzinger Amtsgericht endet ohne Urteil: Die Frage, ob Frösche eine nervenaufreibende Lärmquelle sind, bleibt unbeantwortet.
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Ein Teichfrosch wartet auf Beute: Wenn es im Frühjahr und Sommer schön warm ist, fühlen sich Frösche wohl. Leider haben es bei der diesjährigen Amphibienwanderng deutlich weniger Tiere an ihre Lauichgewässer geschafft. Foto: Foto: Patrick Pleul/DPA
Nach 52 Zeugen und zwei Ortsterminen am Teich gaben die Kläger jetzt auf. Das Ehepaar erklärte – wie es offiziell heißt – den Rechtsstreit „für erledigt“.

Wie berichtet, war es in einem Neubaugebiet in Mainsondheim (Kreis Kitzingen) zu nachbarschaftlichen Verwerfungen gekommen, nachdem vergangenen Sommer Frösche in einen kurz zuvor angelegten Teich eingezogen waren.

Um die Nachbarfrösche wegzubekommen, erwirkte das Ehepaar von der Regierung von Unterfranken einen Bescheid, dass die geschützten Frösche unter bestimmten Bedingungen aus dem Teich gefangen und weggebracht werden können.

Damit der Bescheid wirksam wird, muss allerdings erst einmal festgestellt werden, dass die Frösche in dem Mainsondheimer Neubaugebiet ein gesundheitsraubender Störfaktor sind. Um das zu klären, betrieb das Gericht einen immensen Aufwand.

An vier Verhandlungstagen marschierten 52 Zeugen auf – darunter die versammelte Nachbarschaft sowie Verwandtschaft beider Parteien. Ausschlaggebend für den Rückzug der Kläger dürfte gewesen sein, dass bei den kürzlich durchgeführten Ortsterminen kein Froschquaken zu hören gewesen war.

Eine Sache muss das Gericht jetzt allerdings doch noch klären: Wer in welchem Umfang für die angefallenen Kosten aufkommt. Da könnte es für die Parteien noch einmal dicke kommen, die Kosten dürften in einem hohen vierstelligen Bereich liegen.

Der Streit um das Froschgequake hatte bayernweit für Aufsehen gesorgt: Die BR-Fernsehsendung "Quer" hatte im April darüber berichtet.

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